"Spektakuläre Spekulation" untersucht, wie in Selbst- und Fremdbeschreibungen der Börsenspekulation über ihren Status im Feld der Wissenschaften debattiert wird. Die Spekulation scheint dabei immer auch auf Momente des Nichtökonomischen zu verweisen - sei es im "thrill" des Spekulierens und dessen Nähe zum verschwenderischen Geldspiel, sei es in der Beschreibung von Finanzmärkten als verführerische und hysterische Frau oder als unkontrollierbare Masse. Diese Studie interessiert sich dafür, wie in vornehmlich amerikanischen Spekulationsdiskursen des 19. und 20. Jahrhunderts um die Grenze zwischen Ökonomie und ihrem Außen gerungen wird - und wie auf diese Weise der Börsenspekulant zur ambivalenten Verkörperung des Homo oeconomicus wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.04.2007
Der fachterminologischen Huberei zum Trotz - Andreas Platthaus hat diese Lektüre "ungemein" inspiriert. Und an der Breitenwirksamkeit des sowohl auf ökonomische wie auf fiktionale Texte gründenden Buches hat er gar keinen Zweifel. Wie an der Gewinnschöpfung für den Leser. Dass dem Börsengeschehen mit dem Begriff des Spektakels beizukommen ist, hat der Soziologe Urs Stäheli dem Rezensenten wenigstens eindrucksvoll vorführen können. Mit der Faszination am Spiel ums Kapital, genauer, am Nachdenken darüber, hat Stäheli Platthaus hoffnungslos infiziert.
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