Aus dem Albanischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Hans-Joachim Lanksch. Vaxhid Xhelili gehört jener neuen Dichtergeneration an, die jetzt mit viel Erfolg an die grosse Zeit der albanischen Lyrik anknüpft. Sie ist aus einer reichen mündlichen Tradition hervorgegangen und gewinnt ihre spezifische Modernität aus deren archaischen Wurzeln: Eine Wortkunst ohne Ballast, in der jedes Wort, jede Silbe Gewicht hat. Vaxhid Xhelili breitet in seinen Gedichten einen Schatz an unverbrauchten Bildern, Symbolen und Metaphern aus, um seine Welt zu beschwören. Seine Welt, die geografisch und biografisch ebenso in der Schweiz liegt wie in der albanischen Kultur in Südserbien. Von Basel bis Prishtina besingt er die Geliebte, die Sehnsucht, Landschaften - oder begegnet politischen Demonstranten und Beamten hinter ihren Schreibtischen mit heilsamer Ironie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.09.2002
Es würde eigentlich naheliegen, dass der 1960 auf dem heutigen Gebiet des Kosovo geborene Albaner Vaxhid Xhelili, der seit einiger Zeit in der Schweiz lebt, seine Dichtkunst für national-ideologische Inhalte nutzt, meint Cornelia Jentzsch und rechnet es dem Autor hoch an, dass er auf diese Instrumentalisierung der Poesie verzichtet. Erstmals liegt nun im Deutschen eine Auswahl aus zwei Gedichtbänden des Autors vor, aus der seine "schmerzliche Verbundenheit" mit der Heimat spricht, so die Rezensentin. Besonders augenscheinlich findet Jentzsch an Xhelilis Dichtung, dass er einander widersprüchliche Wirklichkeiten in seinen Versen miteinander verbindet, dabei einen "wachen Skeptizismus" bewahrt und vor allem eins in Erinnerung ruft: dass die albanische Dichtung mit der Ironie spielt. Zwar habe der Dichter nicht immer nur "poetisch-schöne", sondern manchmal auch "durchschaubare" Worte für seine Gedichte gewählt, trotzdem aber, ist die Rezensentin beeindruckt, seien sie stets auf eine "seltene Art authentisch" und zeigten dem Leser "Spuren" und "Fragmente" aus weiter Ferne.
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