Aus dem Englischen von Anke Caroline Burger. Vierzehn Jahre lang kämpfte Verena Stefan, nachdem sie 2002 die Diagnose Krebs erhielt. Fast so lange schrieb sie auch über ihre Erfahrungen nicht nur mit der Krankheit, sondern auch als Schweizerin in Kanada, über ihre Beziehung zur Natur und ihr Leben als Autorin, Feministin und Lesbe. Entstanden ist ein literarisches Memoir. Mit ihrem letzten Buch spricht Verena Stefan LeserInnen an, die selbst vom Krebs betroffen sind oder andere unterstützen möchten, die mit der Krankheit leben müssen. Sie nimmt auch die sozialen, politischen und philosophischen Komponenten der Erkrankung in den Blick.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 25.03.2021
Zwei großen Lieben - neben der zu ihrer Frau - konzediert Rezensentin Susanne Billig in diesem, posthum auf Deutsch erschienenen Buch der 2017 verstorbenen Autorin Verena Stefan. Es ist die Liebe zur Sprache - Billig spricht von Ein- und Ausatmen von Gedichten - und die zur Natur, ihrem Garten, der alles ist, "Wetter, Bäume", "Schönheit" und "Energie". Alles das half der Krebskranken, versteht die Kritikerin. Großartig sind die Beschreibungen des Körpers und seines Innenlebens unter medizinischer Versorgung, die Brutalität und auch Hilfe durch die Schulmedizin ebenso wie die Sanftheit der Alternativen, die oft auch nicht helfen, findet die sehr beeindruckte Kritikerin. So sehr der "Lebensstoff" auch gerissen ist, so sehr überzeugt Susanne Billig die Haltung "stoisch-sanfter Hartnäckigkeit" dieser Autorin, die viele Stunden des Tages trotz allem mit Sprache und der Suche nach ihrem Kern beschäftigt war. Tief zieht die dankbare Kritikerin den Hut vor Verena Stefan.
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