Unter Mitarbeit von Victor Chang. Der junge Chinese sitzt frühmorgens Seiner Heiligkeit dem XIV. Dalai Lama bei der Meditation gegenüber. Die Frage, die ihm im Herzen brennt: "Hassen Sie die Chinesen?" Diese haben doch Tibet besetzt, seine großartigen Klöster zerstört und unendlich viel Leid unter der Bevölkerung verursacht. Der Dalai Lama musste flüchten, damals, 1959. Die Antwort ist so überraschend wie klar: Nein, er hasst die Chinesen nicht. Sie sind seine Brüder und Schwestern. Er hat ihnen ohne Wenn und Aber verziehen. Dieses Verzeihenkönnen sei eine der größten Tugenden, lehrt uns der Dalai Lama, der Menschenfreund mit dem Herz und den Gesichtszügen eines innerlich Junggebliebenen. Er sei, so Victor Chan, halb asketischer Superstar, halb knuddeliger Pandabär, ein Mensch von magnetischer Wirkung, der niemals einen Teleprompter benötigt, um die Zuhörer in seinen Bann zu schlagen. Victor Chan durfte sich dreißig Jahre lang in dessen nächster Nähe bewegen, ihn begleiten, beobachten und mit ihm sprechen. Sein Buch ist ein intimer Weg, das Charisma Seiner Heiligkeit zu verstehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.09.2005
An diesem Buch will Sabine Löhr offensichtlich ein Exempel statuieren, versammelt es nach ihrer Ansicht doch all die Zumutungen, die im Genre der fernöstlichen Ratgeber-Literatur grassieren. Zunächst einmal moniert sie, dass der Umschlag des Buches nicht deutlich macht, dass hier der Dalai Lama keineswegs selbst schreibt, sondern lediglich vom Autor Victor Chan "beobachtet und zitiert" wird. Es handele sich also im Grunde um einige "O-Töne" des Dalai Lama, die zu einer "diffusen Projektionsfläche" montiert werden, erklärt Rezensentin, die den "sachlichen Gehalt" des Buches beim besten Willen nicht erkennen kann. Immerhin, so Löhr spöttisch, gibt Chan zu, vom Dalai Lama als "hoffnungsloser Schüler", der "ziemlich dumme" Fragen stellt, betitelt worden zu sein. Über die Schilderung der Verdauungsbeschwerden oder die Betrachtungen über die Physiognomie des geistigen Oberhaupts Tibets kann die fassungslose Rezensentin nur den Kopf schütteln. Ein schlechterdings "unmögliches" Buch, schimpft Löhr, die sich fragt, in welche Abgründe dieser "Wegweiser" fernöstlicher Weisheit denn genau zeigt und vor allem, wie er dem "eigentlichen Anliegen" des Dalai Lama eigentlich nutzen will.
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