Viktor Martinowitsch

Revolution

Roman
Cover: Revolution
Voland und Quist Verlag, Dresden und Leipzig 2021
ISBN 9783863912802
Kartoniert, 400 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Russischen von Thomas Weiler. Dies ist die Beichte von Michail German. Den Namen Viktor Martinowitsch benutzt er nur als beliebiges Pseudonym. Vor Jahren beendete er, aufstrebender Dozent an einer Moskauer Privatuniversität, von einem Tag auf den anderen die Beziehung zu einer Kellnerin, die er eigentlich innig liebte. Was steckt hinter seinem plötzlichen Verschwinden? In diesem Buch offenbart er sein Geheimnis .Martinowitsch erzählt in einem Spiel mit der Fiktion von der skrupellosen Manipulation fragwürdiger Freunde und fragt nach dem Wesen der Macht, nach der menschlichen Tendenz zu Feigheit und Fügung.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 05.02.2021

Rezensentin Lara Sielmann erfährt aus Viktor Martinowitschs 2017 fertiggestelltem Roman über postsowjetische Strukturen allerhand über Macht und Verführbarkeit. Wie ein einfacher Akademiker in Moskau sich von einem skrupellosen Geheimbund anwerben lässt und sogar seine Freundin verrät, schildert der belarussische Autor laut Sielmann bei aller Finsterkeit des Themas amüsant und nach Art eines retrospektiv erzählten Agentenromans. Dass die Leserin mit dem Protagonisten nicht richtig mitgeht, ist der Preis für diese distanzierte Erzählweise, stellt Sielmann fest.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.01.2021

Auch wenn der neue Roman des belarusischen Schriftstellers Viktor Martinowitsch "Revolution" heißt, bezieht er sich nicht auf die aktuellen Proteste gegen Lukaschenko, warnt Rezensentin Cornelia Geißler vor. Und dennoch empfiehlt sich die Lektüre, schon um die Verhältnisse in Weißrussland zu verstehen, fährt die Kritikerin fort, die hier in eine Dystopie mit Thriller- und Politelementen abtaucht. Erzählt wird die Geschichte von Michail German, der, "verdorben" durch die postsowjetischen Verhältnisse im Moskau der Gegenwart, zunächst als Dozent für Architektursemiotik tätig ist, Karriere macht und sich einer streng kontrollierten postsowjetischen Untergrundorganisation mit Geheimdienst-Methoden anschließt, resümiert Geißler. Wie eine "Schleuderkammer" erscheint ihr die erste Lektüre, deren Anspielungsreichtum sie erst nach und nach Dank des Anhangs - und des Blogs fussnoten.eu mit Liedern, Bildern und Videos von Übersetzer Thomas Weiler erkennt.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 21.01.2021

Viktor Martinowitsch ist ein belarussischer Autor, sein Roman spielt in Moskau, aber einen Bezug zur belarussischen "Revolution" (ein Titel, der im offiziellen Minsk gerade nicht auf Behagen stößt) gibt es sehr wohl, erzählt die sehr eingenommene Rezensentin Norma Schneider, denn dies ist ein Roman über eine postsowjetische Gesellschaft, eine Erzählung über Korruption und darüber, wie sich der Protagonist selbst in ein düsteres Machtsystem hineinziehen lässt, das er dann wieder durch eine "Revolution" brechen will, erfahren wir. Der Roman ist laut Schneider nicht als temporeicher Politthriller zu lesen, er besticht die Rezensentin vielmehr durch "herrlich treffende Schilderungen", atmosphärische Präzision und Situationskomik. Wer verstehen will, vor welchem Hintergrund die belarussische Demokratiebewegung agiert, sollte diesen Roman lesen, rät die Rezensentin.