Volker Angres, Claus-Peter Hutter, Lutz Ribbe

Futter fürs Volk

Was die Lebensmittelindustrie uns auftischt. Aktualisisierte Ausgabe
Cover: Futter fürs Volk
Droemer Knaur Verlag, München 2002
ISBN 9783426776131
Taschenbuch, 400 Seiten, 8,90 EUR

Klappentext

Dioxin in der Cola, BSE im Rindfleisch, fragwürdige Zusatzstoffe in jeder Packung - wir essen unbesehen, was auf den Tisch kommt. Statt Lebensmitteln kaufen wir Ersatzstoffe, und längst haben uns Industrie und Werbung abhängig gemacht von degenerierter künstlicher Nahrung. Wie unsere Nahrung produziert und wie sie verdorben wird, das wird hier aufgedeckt: Industrielle Massenproduktion, gentechnische Wunder aus den Laboratorien der Lebensmittelkonzerne, selbstkochende Nudelsuppen - alles ist billiger und bequemer als je zuvor. Bloß besser ist es nicht, im Gegenteil: Immer öfter bekommen wir mit dem Essen zugleich Giftstoffe und Krankheitserreger serviert. - Ein Horrortrip für Fastfood-"Gourmets", eine Bibel für alle, die wissen wollen, wie es auch anders geht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.06.2002

Man könnte fast glauben, die Autoren dieses Bandes hätten ihre persönlichen Spione in der Lebensmittelbranche untergebracht, staunt Michael Bauchmüller über das Timing der Bücher dieses Trios. Vor zwei Jahren erschien rechtzeitig zum BSE-Skandal ihr Buch zur Subventionspolitik in der EU, nun präsentieren sie einen Band über die Praktiken in der Lebensmittelindustrie, just in dem Moment, in dem das Thema Nitrofen die Runde macht. Die Lektüre kann dem Leser denn auch so richtig den Appetit verderben, warnt der Rezensent. Denn was sich so alles in Lebensmitteln befindet und wie es hineingelangt, das lege eine grundlegende Nahrungsumstellung unter dem Motto "Zurück zur Natur" nahe. Auch dafür haben die Autoren, allesamt Aktivisten der "Umweltszene", gesorgt und dem Buch einen Serviceteil beigefügt. Doch den findet der Rezensent etwas problematisch. Denn nicht nur in bestimmten Verbänden organisierte Restaurants und Köche seien auf eine "frische" Küche aus, sondern auch viele nicht im Buch genannten. Und die häufige Erwähnung bestimmter Produkte und Lokalitäten erinnert doch schon etwas an "Schleichwerbung", kritisiert Bauchmüller. Auch die Schuldzuweisung für die Misere auf dem Lebensmittelmarkt fällt etwas einseitig aus, findet der Rezensent, denn schließlich seien Konsumenten keine passiven Wesen und müssten gleichermaßen dazu beitragen, den Markt von minderwertigen Billigprodukten zu befreien.

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