Volker Kronenberg

Ernst Nolte und das totalitäre Zeitalter

Versuch einer Verständigung
Cover: Ernst Nolte und das totalitäre Zeitalter
Bouvier Verlag, Bonn 1999
ISBN 9783416028745
Gebunden, 400 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

"Geschichtsdenker von Weltrang" oder "skurriler Hintergrundphilosoph"? An Ernst Nolte, dem 76-jährigen Historiker aus Berlin, scheiden sich die Geister. Spätestens seit dem Historikerstreit der Jahre 1986-87, ist Nolte auch dem breiten Publikum bekannt. Sein 1987 erschienenes Buch über den "Europäischen Bürgerkrieg 1917-1945" wurde seinerzeit, nahezu einhellig von Kollegen und Medien als vermeintliche "Apologie" Hitlers verurteilt. Der deutsche Diktator, so lautete ein Vorwurf an die Adresse Noltes, dürfe nicht als "Anti-Lenin" verharmlost werden. Aber tut Nolte dies wirklich? Die vorliegende Untersuchung unternimmt erstmals seit dem Ausbruch des Historikerstreits den Versuch einer ernsthaften Verständigung mit und über "Nolte". Jenseits pauschaler Verdächtigungen und Verurteilungen nähert sich der Autor dem Nolteschen Gesamtwerk, zeigt dessen unterschiedliche Dimensionen auf und arbeitet die Bezüge zu den Werken namhafter Autoren heraus.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.11.2000

Karl H. Metz begrüßt das Erscheinen dieses Buchs ausdrücklich, insbesondere weil er hier Noltes Werk "in einem breiten Feld von Zusammenhängen, des Arguments, seiner Entwicklung wie seiner Rezeption" dargestellt sieht, ohne dass der Autor dabei apologetisch vorgegangen sei. Der Rezension ist zu entnehmen, dass nach Metz` Ansicht Nolte oft unrecht getan worden ist, dass er insbesondere durch den Historikerstreit in eine Schublade gesteckt worden war, die nähere Auseinandersetzung zu erübrigen schien. Kronenberg jedoch habe den bewundernswerten Versuch unternommen, Noltes Denken nachvollziehbar zu machen, aufzuzeigen, "was tatsächlich dort (in seinen Werken) steht" und ihn mit "anderen Interpretationslinien" zu konfrontieren. Als besondere Leistung Kronenbergs würdigt Metz darüber hinaus, dass er Nolte aus der Tabuzone herausführt und ihn wieder "rezipierbar, diskutierbar, kritisierbar" macht, ohne dabei Irrtümer unter den Teppich zu kehren.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Beliebte Bücher

Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…