Volker Kutscher

Westend

Cover: Westend
Galiani Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783869713236
Gebunden, 112 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Illustrationen von Kat Menschik. Berlin-Westend, 1973 - ein Tonband, ein Interview, eine Überraschung: Der Privatdozent Hans Singer besucht den 74-jährigen Kriminalkommissar a.D. Gereon Rath im Seniorenheim, weil er über die Arbeit der Berliner Polizei im Wechsel der politischen Systeme forscht. Insbesondere die Polizistenmorde am Bülowplatz 1931 und zwei damals steckbrieflich gesuchte Männer interessieren den Historiker. Denn die haben später im Staatsapparat der DDR eine steile Karriere gemacht.Zum Unbehagen des Kommissars a.D. nimmt das Gespräch eine überraschende Wendung. Singer weiß bestens über Raths Vergangenheit Bescheid, er kennt die alten Kollegen, ja sogar seine Exfrau. Und er ist einer Sache auf der Spur, über die Rath unter keinen Umständen reden will: Ereignisse, die sich 1953 in Ostberlin zugetragen haben und bei denen auch die Morde von 1931 eine Rolle spielten.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 11.09.2025

Sehr gern lässt sich Rezensent Gereon Asmuth von Volker Kutscher einen Nachschlag zu dessen Gereon-Rath-Krimiserie servieren. Die Saga um den Kommissar, der im Berlin der späten Weimarer Republik sowie der frühen Nazizeit ermittelt, war nach zehn Bänden im Jahr 1938 angekommen und zum Ende gelangt, in diesem schönen Nachzüglerbuch springt der Autor erst in die Gegenwart und dann, vermittels eines Kassettenfundes, ins Jahr 1973. Das Buch entfaltet sich dann in Form eines Interviews mit dem fiktiven Kommissar, der über die weiteren Lebenswege einiger Figuren berichtet - man sollte freilich die Hauptreihe schon kennen, sonst versteht man hier nur Bahnhof, warnt der Kritiker vor. Auch zeithistorisches wie der Kalte Krieg und die deutsch-deutsche Teilung werden thematisiert und, freut sich der Rezensent, zur spannenden Spionagefiktion geformt. Tolle Illustrationen von Kat Menschik gibt es außerdem noch zu bestaunen, jubelt Asmuth - eine runde Sache also, schade nur, dass das Buch nach gut 100 Seiten schon wieder vorbei ist.

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