"Rembrandt für Traktoren" - mit plakativen Parolen wie diesen rechtfertigten die Bolschewiki den beispiellosen Ausverkauf von russischem Kulturgut. Doch der Tausch von Pretiosen für Devisen war nicht nur ökonomisch motiviert. Er bot auch eine geeignete ideologische Legitimation zur Abrechnung mit der ehemaligen Elite. Die Besitztümer des Zarenhofs, des Adels, der Bourgeoisie und des Klerus wurden massenweise verstaatlicht und zum Export freigegeben... Erstmals versucht nun ein interdisziplinäres Team, (Kunst-)HistorikerInnen und MuseumswissenschaftlerInnen aus sechs Ländern, diesen Themenkomplex auf der Basis von umfangreichsten Archivstudien zu erforschen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.03.2002
Erst seit einigen Jahren beschäftigen sich, berichtet Hans-Peter Riese, Wissenschaftler und Medien intensiver mit einem dunklen Kapitel der russischen Geschichte, mit dem unmittelbar nach der Revolution begonnenen Ausverkauf der eigenen Kulturschätze. Auf der Grundlage eines in Wien veranstalteten Symposiums hat Waltraud Bayer einen Sammelband herausgegeben, in dem eine Reihe von Autoren der Veräußerung der Kunstschätze nachgehen. Die Studie gebe, lobt der Rezensent, einen guten Einblick in die Interessenslage der Sowjets und der Käufer und sei überdies durch ihre Aufschlüsselung nach Ländern übersichtlich gegliedert. Weniger trefflich findet Riese allerdings, dass sich die Autoren in vielen Einzelheiten verlieren und in einer wenig verständlichen Wissenschaftssprache schreiben, die den Laien schnell ermüdet. Grundsätzlich komme der Band aber, lobt der Rezensent, einem wissenschaftlich fundierten Gesamtüberblick näher, auch wenn diese Darstellung erst der Anfang noch ausstehender Forschungsarbeiten zum Thema sei.
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