Herausgegeben vom Redaktionskollektiv. "Wege durch den Knast" ist ein praktischer Ratgeber für das Überleben im Gefängnis. Ein umfassendes Standardwerk für Betroffene, Angehörige und Interessierte. Es vermittelt tiefe Einblicke in den Gefängnisalltag, informiert über die Rechte von Inhaftierten und zeigt Möglichkeiten auf, wie diese auch durchgesetzt werden können. Das Buch basiert auf einer Ausgabe aus den 1990er Jahren und wurde von Anwält*innen, Gefangenen, Ex-Gefangenen und Bewegungsaktivist*innen vollständig überarbeitet und aktualisiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.01.2017
Rezensent Michael Pawlik fasst das von einem anonymen Autorenkollektiv verfasste Werk nur mit spitzen Fingern an und rät auch allen anderen Lesern dazu. Wörtlich genommen, stiftet der Band mehr Schaden als Nutzen, meint er. Den Rechtsstaat mit seinem Strafvollzug als Ausgeburt einer bürgerlich-kapitalistischen Ideologie zu sehen, ist für Pawlik das eine. Etwas anderes scheint ihm, bei einer solchen Betrachtung des Systems, die Opfer Strafgefangener komplett auszuklammern und Raub, Mord und Betrug zu bagatellisieren. Der Aufruf im Buch zu Solidarität und Organisation der Gefangenen gegen den üblen Haufen aus Bestrafern und Bewachern kommt Pawlik vor diesem Hintergrund vor wie aus den 70ern. Richtig schlimm findet er die damit einhergehende Enthebung von der Verantwortung für begangene Taten und die Diskreditierung aller ernsthaft an ihrer Resozialisierung arbeitenden Gefangenen.
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