Herausgegeben und übertragen von Klaus Berger und Christiane Nord. Wilhelm von Saint-Thierry gehört zu den Gründern des Zisterzienserordens. Befreundet mit dem Kirchenpolitiker Bernhard von Clairvaux, hat Wilhelm als theologischer Erneuerer gewirkt, und seine religiösen Traktate, in einer biblisch und patristisch geprägten Sprache, sind von literarischem Rang. Seine "Meditationen" (Orationes meditativae) zählen zu den Höhepunkten abendländischer Spiritualität. Wilhelm von Saint-Thierry gilt vielen als der bedeutendste Theologe des 12. Jahrhunderts. Die "Meditationen" werden hier in neuer Übersetzung geboten, zusammen mit dem lateinischen Originaltext
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.10.2001
Die Aufwertung der Sinnlichkeit bei Saint-Thierry findet Hans-Herbert Räkel schon reichlich gewagt. Das eigentliche literarische Ereignis dieser Ausgabe aber ist für ihn, neben den "prägnanten Zusammenfassungen und Kommentaren," die deutsche Übertragung von Nord und Berger. "Sie lässt die Stimme des Autors als Individuum, als Zeugen seiner selbst, zu Wort kommen." Und wenn der deutsche Text das Original "erheblich" dehnt, so geschieht das laut Räkel "um der Eindringlichkeit willen," damit er "stärker als das originale Latein es wollte, die Gefühlswerte des deutschsprachigen Lesers anspricht."
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