Filmstandbilder sind Beiwerke des Films. Sie werden zum einen zur Werbefotografie gerechnet, wenn sie zusammen mit den Filmplakaten und anderem Werbematerial von den Verleihern an die Kinos verschickt werden. Sie werden aber auch zur dokumentarischen Fotografie gerechnet, insofern sie zur Kontrolle der Dreharbeiten am Set Verwendung finden. Es gibt die unterschiedlichsten ästhetischen und technischen Formen von Filmstandbildern, die zudem mit den historischen Moden und Gewohnheiten variieren. Berühmt gewordene Filmstandbilder können zur Bezeichnung eines Films ähnlich wie ein Filmtitel zu seiner Repräsentation dienen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.10.2004
Nicht so recht überzeigt zeigt sich Rezensent Hendrik Feindt von Winfried Pauleits Monografie über "Filmstandbilder", über Filmkader, Photogramme und Standfotos. Er hält dem Autor vor, trotz seines semiologischen Werkzeugs nicht den Unterschied zwischen Werbemittel und Zitat, zwischen den separat während der Filmproduktion aufgenommenen Fotos und dem einzelnen Kader des Filmstreifens treffen zu können. Überhaupt erscheint Feindt die "poststrukturalistisch aufgeladene Schreibweise" des Autors eher hinderlich bei der Behandlung seines Themas. Film- und fotografietheoretisch gerinne hier vieles zu einem Zirkelschluss von Annahmen, die ihm kaum dienlich erscheinen. Als "anregend" empfindet er hingegen Pauleits Entscheidung, seine Untersuchung auf die Filmbildzitate in den Arbeiten von Cindy Sherman, von John Baldessari und anderer Gegenwartskünstler auszudehnen. Nichtsdestoweniger: Die Geschichte und die Ontologie von Standfoto und Photogramm sind nach Einschätzung des Rezensenten wohl noch zu schreiben.
Sehr angetan zeigt sich Dirk Schäfer von Winfried Pauleits Buch "Filmstandbilder: Passagen zwischen Kunst und Kino", in welchem dem Phänomen des einzelnen, gewissermaßen eingefrorenen Filmbildes nachgegangen wird. Einen Vorläufer von Pauleits "hochinteressanter" Untersuchung erkennt der Rezensent in Roland Barthes, und er meint sogar, Pauleit bewege sich "mit beträchtlichem Spürsinn" auf eine allgemeine Theorie des Kinos zwischen Stillstand und Bewegung zu: Ist nicht der auf der Grundlage von Standbildern aus der Vorstellung erwachsende Film faszinierender als der letztlich auf die Leinwand projizierte? Genau dieser Verdacht ist der Grund, warum die Kunst sich des Filmbildes bemächtigt und ihm das Laufen abgewöhnt hat. So vermag Pauleit auch einen Beitrag zur Kunstwissenschaft zu leisten, wie Schäfer meint, indem er einige von Cindy Shermans berühmten "Untitled Film Stills" en passant auf ihren kinematographischen Ursprung - bekannte europäische Autorenfilme aus den 60ern - zurückführt und dabei darlegt, dass "Shermans ureigenstes Thema - Weiblichkeit als Maskerade, Kostümierung, Imitation -" auch in diesen Filmen schon eine zentrale Rolle spielt. Ein großes Lob spricht der Rezensent auch dem Stroemfeld-Verlag für die coffeetabletaugliche Ausstattung des Buches aus.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…