Unter Mitarbeit von Rudi Assuntino und Wlodek Goldkorn. Aus dem Italienischen von Friedrich Griese. Marek Edelman, der letzte Überlebende des Warschauer Ghetto-Aufstandes von 1943, erzählt in diesem beeindruckenden Buch sein außergewöhnliches Leben als Zeuge und Protagonist des 20. Jahrhunderts. Sehr persönlich, aber auch sachlich und exakt, schildert er die Hintergründe des ersten bewaffneten jüdischen Widerstands gegen die Nazi-Herrschaft. Das Buch ist zugleich die Geschichte des sogenannten Bundes, des jüdischen Arbeiterbundes in Rußland, Polen und Litauen, der 1897 gegründet wurde. Dessen Leitideale waren Demokratie und Sozialismus, basierend auf der kulturellen Autonomie der jüdischen Nationalität. Erklärtes Ziel war aber auch von Anfang an, den aufkeimenden Faschismus zu besiegen. Marek Edelman erweist sich als ein unbequemer ?Held?, der das Pathos nicht liebt und von sich selbst gesagt hat: ?Ich bin der Hüter der Gräber meines Volkes?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 28.10.2002
Marek Edelman, der einzige Überlebende von 220 Frauen und Männern, die den bewaffneten Aufstand im Warschauer Ghetto organisiert hatten, ist in Polen, so Rudolf Walther, längst eine "Legende". Die Geschichte dieses Aufstandes hat Edelman, berichtet der Rezensent, erstmals nach dem Krieg aufgeschrieben, im Deutschen ist sie unter dem Titel "Das Ghetto" 1992 erschienen. Nun, im Alter von fast achtzig Jahren, hat Edelman noch einmal mit den Journalisten Rudi Assunto und Wlodek Goldkorn über diese Zeit gesprochen. Seine Erinnerungen an die Aufstände haben dabei, ist Walther beeindruckt, nicht an "bedrückender Authentizität" eingebüßt. Sein Leben, informiert der Rezensent weiter, hat Edelman trotz mancher Probleme mit dem kommunistischen Regime in Polen verbracht, als "Hüter" der Erinnerung an die Verfolgung und Ermordung seines Volkes.
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