Es sind nicht immer die Sieger, die Geschichte schreiben, im Gegenteil: Interessanter und vielschichtiger sind meistens die Verlierer. Manche scheiterten kläglich wie Goliath oder grandios wie Che Guevara, andere stürzten vom Thron wie Wilhelm II. oder blieben ewig im Vorzimmer der Macht stecken wie Rainer Barzel. Oder sie wurden von Größeren an die Wand gedrückt wie Heinrich Mann von seinem Bruder Thomas, um den Weltruhm geprellt wie Lise Meitner, verkannt wie Vincent van Gogh. Sie alle wollten siegen und hätten es mit etwas mehr Glück vielleicht geschafft. Ihnen, den ewigen Zweiten, um den Ruhm Betrogenen, Pechvögeln, Absteigern und Versagern der Weltgeschichte setzt Wolf Schneider in diesem Buch ein Denkmal.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.07.2004
Vor zwölf Jahren hat Wolf Schneider, eine nicht unumstrittene Leitfigur des deutschen Journalismus, ein Buch über "Sieger" geschrieben, nun folgt eines über "Verlierer". Es besteht aus Porträts und Vignetten über Gescheiterte - denen es oftmals doch nicht ganz an Glamour fehlt. Etwas merkwürdig findet der Rezensent (Kürzel "upj") allerdings die Auswahl. Gegen die Aufnahme Heinrich Manns und Lise Meitner hat er gar nichts einzuwenden - was nun allerdings der Nazi-General Rommel in der Sammlung zu suchen habe, das will sich ihm nicht so ganz erschließen.
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