Friedrich von Hardenberg, der sich selbst Novalis nannte, war das junge Genie unter den deutschen Romantikern. Er studierte Jura und Bergbau, begeisterte sich für die Französische Revolution, dichtete, schrieb Romane und entwarf philosophische Abhandlungen über Fichte und Kant. Wolfgang Hädecke erzählt sein kurzes und intensives Leben zwischen den Bergwerken im Herzen Deutschlands und den europäischen Ideen von Aufklärung und Idealismus. Vieles, was damals zum Verständnis von Natur und Gesellschaft gedacht, gelebt und geschrieben wurde, besitzt heute wieder große Aktualität.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.04.2012
Als fällig und vorzüglich gelungen bezeichnet Helmuth Kiesel die Novalis-Biografie von Wolfgang Hädecke, der sich, wie wir erfahren, insbesondere der Lebensgeschichte des Dichters widmet, seiner Familie, seines Freundes- und Bekanntenkreises und seiner Beziehung zu Zeitgenossen wie Schiller oder Schlegel. Kiesel schätzt die zitatreiche Erläuterung der Bedeutung solcher Bekanntschaften für das Werk Hardenbergs. Im Übrigen lobt er den ausführlichen, dennoch unbeschwerten Forschungsbezug von Hädeckes Arbeit, seinen flüssigen Stil und seine Fähigkeit zum Arrangement auch sperrigen Materials. Bei sämtlichen biografischen Daten informiert ihn der Autor ausnahmslos zuverlässig.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.01.2012
Als "verdienstvoll" lobt Ludger Lütkehaus zurückhaltend die neue Biografie des romantischen Dichters Novalis von Wolfgang Hädecke. Insbesondere dessen Rückgriff auf die Methode der immanenten Interpretation im Fahrwasser des in den Augen des Rezensenten etwas verstaubten New Criticism liest sich für den Rezensenten etwas beckmesserisch und trocken. Auf der anderen Seite würdigt der Rezensent die genaue Recherchearbeit des Autors und er rechnet es ihm zudem hoch an, bei aller Verehrung für seinen Protagonisten nicht ins Hagiografische zu verfallen. Auch den genauen Blick, den Hädecke auf die Ambivalenz der Liebesgeschichte zu seiner früh verstorbenen Braut Sophie von Kühn wirft, weiß Lütkehaus zu schätzen. Und schließlich zeigt er sich angetan, dass der Autor die nach dem Tod Sophies trotz gegenteiliger Beteuerungen ewiger Treue zur Verstorbenen aufgenommene Liebesbeziehung zu Julie von Carpentier nicht "moralisiert".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 03.12.2011
Otto A. Böhmer findet Wolfgang Hädeckes Biographie über Novalis (1772-1801) rundum gelungen. Eingehend schildert er das Leben des Dichters, der die deutsche Romantik mit prägte, berichtet über dessen Begeisterungsfähigkeit und Phantasie, die Liebe zu der jungen Sophie von Kühn und die literarischen Werke. Beeindruckt hat ihn die Gelehrsamkeit von Hädeckes Lebensbeschreibung, die den Leser gleichwohl nie überfordere. Überzeugend führt der Autor für Böhmer die Tiefe und Komplexität von Novalis' Schaffen, aber auch dessen Zweifel und Verzweiflung vor Augen. Das Fazit des Rezensenten: ein Werk, das zeigt, dass die Beschäftigung mit Novalis "noch immer lohnend" sein kann.
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