Mit einem Nachwort von Wilhelm Bartsch. In der siebenbändigen Wolfgang-Hilbig-Werkausgabe ist dieser umfangreiche Band mit Essays, Reden und Interviews der Schlussstein. Zu den mehr als zwanzig Essays gehören Texte über Literatur - auch die Frankfurter Poetikvorlesungen Hilbigs sind hier enthalten -, aber auch über Heimat und die eigene Herkunft. Zu den gesammelten Reden gehören zahlreiche Dankreden für erhaltene Literaturpreise, die weit mehr sind als Danksagungen: Hatte seine "Kamenzer Rede" mit ihrer herben Kritik an der deutschen Wiedervereinigung 1997 noch für einen Skandal gesorgt, wurde die Büchner-Preis-Rede von 2002 zu einem melancholischen Rückblick auf die Rolle der Literatur.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.08.2021
Rezensent Andreas Platthaus verehrt den schreibenden Arbeiter Wolfgang Hilbig. Dass zu dessen achtzigsten Geburtstag der Abschlussband zur Werkausgabe vorliegt, weiß Platthaus daher sehr zu würdigen: Welchem Autor wird heute noch eine Werkausgabe zuteil? Als "intellektuelles Herzstück" des Bandes hebt Platthaus die Frankfurter Poetikvorlesung von 1995 hervor, in der Hilbig scharf mit der Literaturkritik ins Gericht ging (und die vom damaligen FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher recht harsch beantwortet wurde, wie Platthaus einräumt). Dass Hilbigs umfangreiche Korrespondenz nicht Teil der Werkausgabe wurde, kann der Rezensent angesichts ihres Umfangs verstehen. Umso wertvoller findet er den sorgsam zusammengetragenen Band der Neuen Rundschau, der dieses Manko wettmacht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.08.2021
Rezensent Nico Bleutge nimmt den Band mit Essays, Reden und Interviews von Wolfgang Hilbig zum Anlass, den Schriftsteller zu preisen. Anregend scheinen ihm die Texte im Band, weil sie, darin den Romanen und Gedichten vergleichbar, Hilbig als klugen, meinungsstarken, stilistisch versierten "Satzkünstler" zeigen. Zu lesen ist laut Rezensent über Hilbigs Verständnis von Literatur und Wirklichkeit, seinen Weg vom Heizer zum im Westen gefeierten Schriftsteller sowie seine ernüchternden Erfahrungen mit dem Literaturbetrieb. Hilbigs Beobachtungen der Gentrifizierung des Ostens und sein Eintreten für die Demokratie bleiben Bleutge in Erinnerung.
Rezensent Michael Opitz liest den siebten Band der Werkausgabe mit Wolfgang Hilbigs Essays, Reden und Interviews mit Begeisterung und Gewinn. Zentrale Themen des Autors wie Herkunft, Heimat, Holocaust und die Querverweise zwischen ihnen entdeckt Opitz auch in den Essays. Wertvoll für die Rezeption scheinen ihm die Interviews, weil sich mit ihnen die autobiografischen Momente im Werk erschließen lassen. Opitz verspricht dem Leser Neuentdeckungen, etwa einen Essay, der sich mit Franz Fühmanns Begriff der Abwesenheit auseinandersetzt. Hilbigs Auseinandersetzung mit der Schuld der Deutschen ist für den Rezensenten ein weiterer Glanzpunkt des Bandes.
Jana Hensel: Es war einmal ein Land In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…