Wolfgang Kraushaar

Die 68er-Bewegung

Eine illustrierte Chronik 1960-1969
Cover: Die 68er-Bewegung
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2018
ISBN 9783608962925
Gebunden, 1500 Seiten, 199,00 EUR

Klappentext

Je länger die sechziger Jahre andauerten, desto spannungsreicher wurden sie. Sie entluden sich international in Protesten, die exemplarisch für die politischen Konflikte ihrer Zeit waren. Hier werden sie minutiös beschrieben und auf eine geradezu plastische Weise illustriert.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.12.2018

Für Stefan Reinecke ist Wolfgang Kraushaars vierbändiges Kaffeetischbuch die ultimative Darstellung der faszinierenden Illusion der 68er Bewegung. Die Utopie eines Gleichklangs von Politik, Gegenkultur und Pop scheint für Reinecke noch einmal auf, wenn der Autor Episoden, Ereignisse und Anekdoten erzählt, akribisch, lebendig und reich illustriert, Tag für Tag von 1966 bis 1969 und mit aufschlussreichem Seitenblick auf Länder wie Frankreich, USA oder die CSSR. Kraushaars Privatfehde mit Dutschke bleibt dagegen ein Nebenschauplatz, versichert der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.12.2018

Jens Bisky empfiehlt Wolfgang Kraushaars vierbändige Chronik der 68er-Bewegung als fantastischen Steinbruch aus Fotos, Geschichten, Dokumenten, Artikeln, Briefen, Erinnerungen aus aller Welt, der Geschichte minuziös anhand von Einzelereignissen erzählt. Hilfreich, ja notwendig als Korrektiv gegen eilige Schlussfolgerungen, Zuschreibungen und Deutungen in Sachen '68, bieten ihm die Bände mal eine genaue Dokumentation von Ereignissen wie dem Prager Frühling, dann wieder liest er sie als Sammlung von Vermischtem zu Drogen, Büchern und Konzerten. Immer aber entdeckt der Rezensent kaum Bekanntes oder Vergessenes. Dass Kraushaar nicht darauf aus ist, ein Narrativ zu verfestigen, sondern das Widersprüchliche, Vieldeutige und Paradoxe von '68 betont und versucht, die dahinter wirksamen Dynamiken zu verstehen, rechnet Bisky ihm hoch an.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.10.2018

Für Arno Widmann übertreffen Wolfgang Kraushaars vier Bände über '68 alles Dagewesene. Überwältigt ist er nicht nur von der schieren Materialmenge, sondern auch vom Verklärungspotenzial des Ganzen. Zum Glück führt Kraushaar aus der Verklärung auch wieder hinaus, meint Widmann, über das Massaker von My Lai lesend. Eifrig blätternd und schmökernd gelangt er zum 24. Juni 1970, als der SDS Heidelberg verboten wurde. Ein Buch für Weihnachten, findet, zum Festlesen, für alle, die dabei gewesen sind und für alle anderen auch. Dass Kraushaar alles in Momentaufnahmen zerlegt, ficht Widmann nicht an, letztlich fügt sich alles wieder zusammen, versichert er, ein Erzählfluss aus Einzelbildern aus China, Saigon, Berkeley, Ostberlin, Mexiko, Prag und Paris.

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