Wolfgang Schneider (Hg.)

Alltag unter Hitler

Cover: Alltag unter Hitler
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2000
ISBN 9783871344046
Taschenbuch, 251 Seiten, 15,29 EUR

Klappentext

Am 30. Januar 1933 war Adolf Hitler am Ziel: Reichspräsident Hindenburg ernennt den Führer der NSDAP zum Kanzler - ein Machtwechsel, der dem Mehrheitswillen der Bevölkerung durchaus entsprach. Die politische Ereignisgeschichte ist weithin bekannt. Weniger bekannt ist, wie die Kontroll- und Gestaltungsmacht der Nazis "von unten" erlebt wurde, von Kindern und Frauen, Arbeitern und Angestellten. Denn bis in die Privatsphäre hinein blieb nichts dem Zugriff des NS-Staates entzogen. Schule, Beruf und Freizeit wurden zu Kriegsschauplätzen im Kampf um die "nationalsozialistische Lebensgestaltung". An der Urlaubsfront sollte man "Kraft durch Freude" tanken; die Heldinnen der Geburtenschlacht wurden mit dem "Ehrenkreuz der deutschen Mutter" geadelt; und an der "Deutschen Arbeitsfront" ging es nicht länger um Ökonomie, sondern um den Dienst am Vaterland - "hart, tapfer und treu".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.07.2000

Streng geht Hubert Leber ins Gericht mit diesem Band, der genau das, was er verspricht, seiner Meinung nach am wenigsten bietet: Nicht nur hat der Herausgeber auf die "klassischen" Gattungen der Alltagsgeschichte - wie Briefe, Tagebücher und Zeitzeugeninterviews - verzichtet, er gibt auch keine Nachweise für die Quellen, die er stattdessen zitiert, was den Band für das akademische Studium uninteressant macht. Die tatsächlich zitierten Quellen sind "offizielle Verlautbarungen des NS-Regimes", Zeugnisse von "bizarren Auswüchsen des Hitler-Kultes" und "Stimmen des Widerstandes". "Alltag" ist zudem nur Alltag im "Altreich von 1937", d.h. ausgeblendet bleiben sowohl die Soldaten als auch alle an deutschbesetzten Orten an der Ermordung der europäischen Juden beteiligten Deutschen. Das Ganze könnte allenfalls als "Lesebuch" durchgehen für jemanden, der nach "Impressionen zur vielapostrophierten Doppelstrategie des NS-Regimes" sucht, also Krieg neben "KdF" (Kraft durch Freude) zum Beispiel, meint Hubert Leber.
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