Über eine Farbe, die vielleicht keine ist, aber gerade deshalb die interessantesten Assoziationen, Bewertungen, Metaphern, narrativen Wendungen und Bilder evoziert - und um die geht es in diesem Sammelband. Über weiße Wäsche, weißes Rauschen, weiße Haut, die weißen Seiten der Literatur, den "white cube", weiße Skulpturen, das Weiß der Architektur, das "Weiß im Auge des Gegners" - und, wer weiß, vielleicht auch über den Schwarzen Peter.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.06.2003
Der von Wolfgang Ulrich und Juliane Vogel herausgegebene Band "Weiß" versammelt "Betrachtungen über eine Farbe, die manche für keine halten", notiert Rezensentin Julia Encke. An der von Ulrich konstatierten "Entideologisierung der Farben" in der Postmoderne hat sie zwar mit Blick auf die Fernsehwerbung, in der alles in Silber glänze, so ihre Zweifel. Eine Verschiebung von "Farbhierarchien und ihre Codierungen" scheint ihr da wesentlich wahrscheinlicher. Die diversen Beiträge des Bandes, etwa über Aufstieg und Fall der Weißblondinen Hollywoods, das Weiß des Zuckers oder die leere weiße Seite des schreibgehemmten Schriftstellers, haben sie dann aber doch überzeugt: "Alles andere als weißes Rauschen."
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