Wer am Anfang des 21. Jahrhunderts die politischen Realitäten Europas verstehen will, muss einen beträchtlichen Teil seiner Aufmerksamkeit dem EU-System widmen: Es gilt die Formen zu verstehen, in denen und nach deren Verfahren die Organe der EU im Namen und für die Unionsbürger regieren. Mit wachsender politischer Relevanz wird das EU-System leider auch immer unverständlicher. Entsprechend nimmt die Vielfalt der wissenschaftlichen Ansätze zu. Angesichts der Komplexität und Unübersichtlichkeit bedient sich das Lehrbuch eines institutionellen Ansatzes, der ein sinnvolles methodisches Angebot zur Beschreibung, Erklärung und Bewertung des EU-Systems bietet. Mit den Institutionen als Ausgangs- und Orientierungspunkt der Analyse sollen mehrere übliche Kategorien politikwissenschaftlichen Arbeitens verknüpft werden. In einer komparativen Perspektive wird die Entwicklung der Vertragsorgane mit bekannten Institutionen nationaler (Verfassungs-)Systeme oder internationaler Organisationen verglichen, um besser die allgemeinen und besonderen Eigenschaften der EU-Institutionen herauszuarbeiten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2008
Über die institutionelle Realität der EU erfährt Rezensent Wilfried Loth in diesem Band von Wolfgang Wessel eine ganze Menge. Loth folgt dem Autor bis in die Details der vertraglichen Bestimmungen und die Praxis der Verfahrensabläufe. Auch den historischen Wandel der Institutionen in Richtung einer "Stärkung der supranationalen Komponente" kann Loth anhand des Textes nachvollziehen. Da Wessel sich auch umfassend mit der Rechtssprechung des Europäischen Gerichtshofs befasst, eröffnet sich dem Rezensenten die Chance zu verstehen, wie in der Union "tatsächlich" regiert wird und welche Probleme hinsichtlich Handlungsfähigkeit und Legitimität bestehen. Am Ende, mit den im Abgleich mit dem Lissaboner Reformvertrag formulierten Lösungsvorschlägen des Autors im Gepäck, ist der Rezensent überzeugt: Das Geschäft der EU bleibt mühsam, aber Grund zur Panik gibt es nicht.
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