Seit seinem Amtsantritt als Chef des Generalstabes der k.u.k. Armee 1906 drängt Franz Conrad von Hötzendorf auf Krieg: Krieg gegen Serbien, Krieg gegen Italien, ja sogar Krieg gegen Ungarn - dies sei die einzige Möglichkeit, den inneren wie äußeren Problemen des maroden Reichs zu begegnen. Im persönlichen Umgang ausgesprochen liebenswürdig, bei der Truppe und im Generalstab gehasst und unterwürfig verehrt zugleich, in seine Frauen bis zur völligen Selbstaufgabe vernarrt, in Krisen zerbrechlich wie ein Glasflakon, erweist sich der Mann mit den gutmütigen Augen und dem breiten Schnauzbart als "Falke in des Kaisers Horst". Die vorliegende Publikation gibt Einblick in eine zwiespältige Persönlichkeit, die den Weg der Habsburgermonarchie in den Untergang nicht nur begleitet, sondern mitgestaltet hat. Was ist übrig geblieben vom alten General außer Straßenbezeichnungen und dem Vorwurf, geistiger Wegbereiter von NS-Gedankengut gewesen zu sein?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 10.01.2014
Leicht und klar lesbar findet Norbert Mappes-Niediek diese kritische Biografie über den österreichischen Kriegsstrategen Franz Conrad von Hötzendorf, die pünktlich zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg erscheint. Obgleich der Rezensent einräumt, dass Antrieb und Ziele des Mannes nicht leicht zu fassen seien, scheint ihn zu überzeugen, was der Historiker Wolfram Dornik an Informationen zusammenträgt, ohne ständig Bilanz zu ziehen. Lebhaft stellt Dornik dem Rezensenten das intrigante Potenzial Conrads, seine politischen Umtriebe und die Reaktionen darauf vor Augen. Bedauerlich findet der Rezensent allerdings die vielen grammatikalischen und orthografischen Fehler im Band sowie den ein oder anderen Irrtum in der Sache.
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