Das Buch untersucht, inwiefern Frankreich mit der V. Republik zum Verfassungsstaat geworden ist. Seit Gründung der V. Republik im Jahre 1958 sind Entwicklungen zu Beobachten, die zu der berechtigten Annahme führen, dass sich das französische Demokratieverständnis gewandelt hat. Wesentlich hierzu beigetragen haben drei Faktoren: Der erste ist die Aufwertung des Verfassungsprinzips in der Verfassung selbst durch die erstmalig konsequente Bildung einer Normenhierarchie. Der zweite Faktor ist die allmähliche Etablierung einer Verfassungsgerichtsbarkeit, der dritte das Entstehen eines Verfassungskonsenses. Der Autor untersucht systematisch diese Vorgänge sowie deren Auswirkungen auf das politische System Frankreichs.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.05.2002
Ist Frankreichs Fünfte Republik ein Verfassungsstaat? Von dieser provozierenden Frage geht Wolfram Vogel in seiner Studie aus, erklärt Rezensent Klaus-Jürgen Müller. Wie Vogel erläutere, sind die französische Republiken bisher eher mit der Volksouveränität - also dem demokratischen Prinzip - legitimiert worden. Die geschriebene Verfassung, die dem Volksouverän Grenzen setzt, wurde dagegen vergleichsweise als weniger wichtig angesehen. Erst die Verfassungsväter der Fünften Republik hätten mit der Schaffung des Conseil Constitutionel - des Verfassungsrates, der Übereinstimmung von einfachen Gesetzen mit der Verfassung überprüft - versucht, ein Gegengewicht zur Exekutive zu schaffen. Nach dem historischen Rückblick hat Vogel, so der Rezensent, die Rechtsprechung des Verfassungsrates einer "eingehenden quantitativen wie qualitativen Analyse" unterzogen und dabei festgestellt, dass der Conseil sich "schrittweise" zu einem Verfassungsgericht entwickelt hat, der verbindliche Regeln für alle am politischen Prozess Beteiligten aufstellt. Alles in allem ist es der Fünften Republik nach Vogel somit durchaus gelungen, eine ausgewogene Balance zwischen Demokratie- und Verfassungsprinzip zu erreichen. Der Rezensent findet diesen Befund überzeugend. Nur ein paar mehr Fakten über die "realpolitische und sozioökonomische Entwicklung" hätte er sich gewünscht.
Jana Hensel: Es war einmal ein Land In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun… Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Robert Menasse: Die Lebensentscheidung Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine "Lebensentscheidung" und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89.…