Karl Loewenstein

Apologie des liberalen Staatsdenkens

Cover: Apologie des liberalen Staatsdenkens
Vittorio Klostermann Verlag, Frankfurt am Main 2024
ISBN 9783465046554
Gebunden, 114 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Michael Kubitscheck. Wenn das Autoritäre um sich greift und Freiheit und Demokratie existenziell bedroht sind, wie gegensteuern? Und: warum überhaupt? Karl Loewensteins 1932 verfasste "Apologie des liberalen Staatsdenkens" ist mehr als nur Wissenschafts- und Ideengeschichte des 20. Jahrhunderts, und auch mehr als ein Beitrag zur Geschichte und Interpretation des Liberalismus. Der Vordenker des Konzepts der wehrhaften Demokratie streitet in seinem mit Herz und Verstand vorgetragenen Plädoyer für die Grundlagen unseres heutigen Gemeinwesens. Wider ihre Verächter kämpft er für Freiheitsrechte und Rechtsstaatlichkeit, für Deliberation, Pluralismus und Parlamentarismus, kurzum: für die Demokratie - und nicht für irgendeine, sondern für die liberale Demokratie.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.11.2024

Ein "beklemmend aktuelles Szenario" erkennt der Soziologe Tilman Allert, wenn er die von Karl Loewenstein angefertigte Verteidigungsschrift der Weimarer Verfassung liest. 1932 geschrieben, entwirft der Politiologe und Verfassungsrechtler darin ein "pluralismustheoretisches Konzept" als Grundlage des Demokratischen, womit er zwar vom Konsens seiner Zeit abweicht, für uns aber hochaktuell ist. Damals zog Loewenstein selbst die Veröffentlichung zurück, der Rechtshistoriker Michael Kubitscheck hat die Streitschrift nun neu veröffentlicht und aktualisierend kontextuiert, so der Kritiker. Als "Avantgardist modernen politikwissenschaftlichen Denkens" zeigt uns der Herausgeber Loewenstein, der vehement den liberalen Freiheitsgedanken gegen die nationalistischen Strömungen seiner Zeit hochhält, aber auch die Schwächen der Weimarer Verfassung herausarbeitet, wie wir erfahren. So schlage er beispielsweise vor, die Parteienbildung staatlich zu kontrollieren. Ein engagiertes, mutiges Denken, das für Allert nach wie vor ein leuchtendes Beispiel für die "Kunst des Politischen" ist.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.06.2024

Rezensent Alexander Gallus empfiehlt diese vom Münsteraner Rechtshistoriker Michael Kubitschek herausgegebene Schrift von Karl Loewenstein aus dem Jahr 1932. Nicht nur die "kluge" Einleitung und der Kommentar scheinen ihm lesenswert, auch Loewensteins mutige Warnung vor antiliberalen Strömungen. Die Streitschrift zeigt für Gallus einen optmistischen wie skeptischen Geist bei der Arbeit. Loewenstein warnte vor Populismus, appellierte an die Rechtsmoral und setzte im übrigen auf die Vernunft des parlamentarisch-demokratischen Systems und prozedurale Reformen, erklärt Gallus.

Beliebte Bücher

Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…