Yuko Tsushima

Räume des Lichts

Roman
Cover: Räume des Lichts
Arche Verlag, Zürich 2023
ISBN 9783716028094
Gebunden, 200 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Japanischen von Nora Bierich. Es ist die einzige Wohnung, die sie finden kann: die letzte Etage eines Bürogebäudes mit lichtdurchfluteten Räumen. Nachdem ihr Mann sein Leben allein weiterführen und sie mit ihrer zweijährigen Tochter nicht in den Haushalt der Mutter zurückkehren will, zieht sie kurzerhand dort ein. Während sie ein Matratzenlager baut, wirft das Mädchen Spielzeuge aus dem Fenster. Während sie zu verhindern versucht, dass ein Netz vor den Fenstern angebracht wird, plagen ihre Tochter Albträume. Während sie ihr Kind in den Armen hält, wünscht sie sich, ebenfalls von jemandem in den Arm genommen zu werden. Immer wieder verliert sie die Bodenhaftung, wenn ihr Chef keine weiteren Krankheitstage zulässt, wenn ihr Noch-Ehemann von einer Scheidung nichts wissen will, wenn ihre Wut sie in die Bar treibt, während ihre Tochter in der Wohnung schläft. Aber dann sind da auch die Dachterrasse, die sich nach einem Wasserschaden in einen Pool verwandelt, das Volksfest mit Feuerwerk und Zuckerwatte, das Licht um sie herum - und der tiefe Wunsch, ihr Leben Stück für Stück neu zusammenzusetzen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.07.2023

Rezensent Steffen Gnam ist begeistert von der anhaltenden Strahlkraft von Yuko Tsushimas im Original 1979 erschienenen Roman. Die japanische Autorin erzählt hier in starker autobiografischer Prägung, so Gnam, vom schmerzlichen Emanzipationsprozess einer alleinerziehenden Mutter im Jahr von der Trennung bis zur Scheidung von ihrem Ehemann. Wie sozialkritisch "listig" und psychologisch feinsinnig Tsushima dabei die neue Lebenssituation ihrer Protagonistin zwischen patriarchalen Machtstrukturen und konservativen Belehrungen ausmisst und dabei davon erzählt, wie die Protagonistin die Beziehung zu ihrer dreijährigen Tochter abseits einer normativen Mutterrolle neu definiert, findet der Kritiker packend. Ein "tiefenscharfes" Stück feministischer Literatur, schwärmt Gnam, das sich an Jun'ichirō Tanizaki und Virginia Woolf orientiert und außerdem die "janusköpfige Moderne" in den Blick nimmt.

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