Zwischen den Kriegen. Blätter gegen die Zeit

Eine Zeitschrift von Werner Riegel und Peter Rühmkorf
Cover: Zwischen den Kriegen. Blätter gegen die Zeit
Wallstein Verlag, Göttingen 2019
ISBN 9783835335356
Gebunden, 626 Seiten, 50,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Martin Kölbel. "Zwischen den Kriegen - Eine Literaturzeitschrift "jenseits von Markt und Modenschau" als Faksimile-Ausgabe mit Nachwort und Stellenkommentar. Ende 1952 riefen die beiden Hamburger Jungautoren Werner Riegel und Peter Rühmkorf eines der eigenwilligsten Zeitschriftenprojekte ins Leben. Da ihnen Verlag, Vertrieb und Kapital fehlten, stellten sie ihre Blätter gegen die Zeit kurzerhand selber her: als Autoren, Verleger und Vertreiber. Bis zu Riegels Tod 1956 erschienen 26 hektographierte Hefte, die auf etwa zehn Druckseiten eigene Gedichte, Fremdzitate und Essays miteinander kombinierten. Geheftet und verpackt wurden sie an 150 ausgesuchte Leser verteilt oder verschickt. Der ideelle Anspruch der Blattmacher kannte keine Grenzen. Ihre Zeitschrift konzipierten sie als eigene Kunstform wider den profitorientierten Literaturbetrieb. Sie belebten dafür den Expressionismus als Maß aller Dichtung neu und begriffen sich als Gründungsväter einer neuen Kunstrichtung, des "Finismus", dem bis zuletzt nur sie beide und ihre sechs Pseudonyme angehörten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.04.2020

Willi Winkler ist gerührt, auch wenn die im Faksimile vor ihm liegende Zeitschrift des jungen Werner Riegel und des gleichfalls jungen Peter Rühmkorf wie ein außerirdischer Meteorit vor ihm liegt, so schwer und dunkel. Dankbar aber ist er dem Herausgeber Martin Kölbel für seine Arbeit, seine Anmerkungen und Belege (Enzensberger hat "Zwischen den Kriegen" gelesen!). Beim weihevollen Blättern stößt er auf Aufgeplustertes, Gedichte unter Pseudonym, die Leichtmetall auf Nachtigall reimen, Witz, Ernst und jede Menge Widerpruchsgeist, mal von Rühmkorf gegen die Zustände an der Hamburger Uni geschleudert, mal in Benn-Parodie gelegt. Dass hinter dem Wahnsinnsunternehmen kein Geschäftssinn stand, mag Winkler gerne glauben. Umso größer das Glück, diese Ausgabe jetzt vor sich zu haben, meint er.

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