"Die globalisierte Konsumgesellschaft muss scheitern. Sollten wir daher nicht alles Mögliche tun, uns geistig und emotional auf die Improvisation von Rettungsflößen vorzubereiten?" Inspiriert von der tragischen Geschichte um "Das Floß der Medusa", zeigt Wolfgang Schmidbauer seinen Lesern, wie die Gesellschaft heute besser sein kann als die Besatzung der "Medusa" vor über 200 Jahren. Der Kapitän hatte damals alle Warnungen ignoriert und die Fregatte auf eine Sandbank gesteuert. Dann beanspruchten die Offiziere den viel zu knappen Raum auf den Rettungsbooten und versprachen, den Rest der Passagiere auf einem eilig gezimmerten Floß an Land zu schleppen und brachen ihr Versprechen. Das Floß war eine Lüge der Mächtigen: Hunger, Kannibalismus und wütende Kämpfe um die verbliebenen Ressourcen führten in die Katastrophe.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 15.03.2012
Wolfgang Schmidbauer glaubt anscheinend nicht daran, dass die Menschen den gesellschaftlichen und ökologischen Schiffbruch noch verhindern können, entnimmt Christiane Grefe mit Bedauern diesem Buch, dessen Titel sich auf die finstere Geschichte der französischen Fregatte Medusa bezieht, deren Kapitän nach dem Schiffbruch vor dem Senegal die Mannschaft in Rettungsboote in Sicherheit bringen ließ, die Passagiere aber auf einem Floß ihrem Schicksal überließ - sie kannibalisierten sich schließlich. Schmidbauer zufolge können sie die Krise aber nicht nur nicht verhindern, der Autor zeige in "Das Floß der Medusa", wie die Industriegesellschaft die Menschen durch den überzogenen Konsum und Komfort unfähig mache, Krisen zu bewältigen - also auch die bevorstehende. Die psychologischen Ausführungen des Autors findet die Rezensentin bei aller "Düsternis" spannend, aber Schmidbauer verklärt ihr zu sehr die Tradition.
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