Die schnörkellos-schlichte
Helvetica ist ein Klassiker der Typografie, als solcher aber auch schon ein wenig in die Jahre gekommen: 36 Jahre nach ihrem letzten Update gibt es mit
"Helvetica Now" nun eine auf die Anforderungen des Digital-Zeitalters zugeschnittene neue Version, die auch bei wenigen Pixeln Darstellungsgröße noch Lesbarkeit verspricht. Für
ZeitOnline haben Christoph Rauscher und Rabea Weihser sehr ausführlich mit Hendrik Weber und Alexander Roth von Monotype
gesprochen, die an der Gestaltung der neuen Helvetiva beteiligt waren. Insbesondere das für den Laien zunächst reizlos wirkende "O" entpuppt sich als guter Ausgangspunkt für Typengestaltung, erfahren wir dabei: "Es geht zum Beispiel um das Höhenverhältnis des kleinen zum großen O. Und um die Breite. Und um die
Kurvenspannung, also wie eng und schnell die Rundungen sind", erklärt Alexander Roth. "Es gibt zum Beispiel Schriftarten, in denen das o aussieht, als würde es vornüber fallen. Das macht man auch gern bei geraden Zeichen wie dem kleinen l oder a: Man kippt sie um einen
Winkel von 1° in die Leserichtung, und es ist
verrückt, was das ausmacht. Es fördert wirklich den Lesefluss."
Thomas Steinfeld geht derweil in Sachen Typografie auf quasi-archäologische Erkundungen im vor-digitalen Feld: In der
SZ schwärmt er vom Typografie-Museum
Tipoteca im italienischen Cornuda. Staunend steht er vor "großen Mengen von Gusseisen, die daran erinnern, dass Setzen und Drucken bis vor nicht allzu langer Zeit im hohen Maße ortsgebundene Tätigkeiten waren: Arbeiten mit einem
schweren,
widerständigen Material. ... Vor allem aber zeugt die Ausstellung von einer Umgebung - oder will man sagen: Kultur? - in der die Frage, in welcher Form man seine Behauptungen und Gedanken schriftlich niederlegt, noch immer von alltäglicher, aber nicht geringer
Bedeutung ist."
Besprochen wird eine der Möbeldesignerin
Mary Quant gewidmete Ausstellung
im Victoria & Albert in London (
NZZ).