Die
Möbelmesse Köln präsentierte sich im Bauhaus-Jahr so farbenprächtig wie lange nicht mehr, berichtet Max Scharnigg in der
SZ. Vor allem aber fiel ihm eine "allgemeine
Retrovertiertheit" auf: "Schöner Wohnen ist bei den Marktführern mittlerweile eine eher sentimentale Disziplin. Dazu tragen die immer noch allgegenwärtigen Zutaten Marmor und Samt bei, die in Tateinheit jedem Appartement gleich eine internationale Edelreife verpassen. Aber auch die Mid-Century-Referenzen bei Sofa- und Sesselformen oder die Tendenz, Oberflächen wieder mit Leder oder sonstigen Weichmachern zu beziehen, führt zu diesem Eindruck:
Alles gediegen,
gedämpft,
gestrig. ... Den eigentlichen Bauhausgedanken,
das Infragestellen gewohnter Formensprachen und Erforschen neuer Materialien, verfolgte fast keiner der großen Hersteller."
Episch ausufernd: Tillmann Prüfer und Claire Beermann haben für das
ZeitMagazin Möbeldesignerinnen aus aller Welt in ihren Ateliers
besucht, fotografiert und nach ihren Einschätzungen zur Lage ihres Stands gebeten. Zur Frage, warum das Möbeldesign so männlich dominiert ist, erklärt Nipa Doshi aus Indien: "Ich glaube, dass Deutschland daran nicht ganz unschuldig ist. In der Bauhaus-Tradition wurde Design
auf das Elementare reduziert und sehr technologisch verstanden. Und Frauen wurden als zu wenig technisch begabt angesehen. Noch heute stellen viele Design-Firmen lieber Männer ein, weil man dort glaubt, Frauen könnten nicht wirklich produzieren."
Außerdem: In der
FAZ gratuliert Niklas Maak dem Designer
Philippe Stark zum 70. Geburtstag. Besprochen wird die Ausstellung "Auf Freiheit zugeschnitten - Das Künstlerkleid um 1900 in Mode, Kunst und Gesellschaft" im
Kaiser Wilhelm Museum in Krefeld (
FAZ).