Friedrich von Borries'
Münchner Ausstellung "Politics of Design, Design of Politics" gibt sich relevanter als sie eigentlich ist,
meint Oliver Herwig in der
NZZ: "Zwölf Leitthemen wirbeln durch die Abfolge von Ikonen: Design mobilisiert, Design diszipliniert, Design kolonialisiert,
Design formiert,
manipuliert,
fetischisiert, reproduziert, sexualisiert, öffnet, ermächtigt, kritisiert und entwirft. Diese Ausstellung will polarisieren - und tut leider nur so, als erfinde sie den kritischen Blick auf Design gerade neu." Am Ende entzündet sich dann aber doch noch ein Funke: Von Borries' "beklagt, dass Wahlzettel am Wahltag oft in einer Art Mülltonne landen, das Bundesverdienstkreuz eigentlich nur eine abgespeckte Version des Eisernen Kreuzes darstelle und Staatsgäste immer noch mit militärischen Ehren empfangen würden.
Volltreffer. Ausgerechnet bei der 'Symbolpolitik' wird deutlich, dass Gestaltung eben mehr sein kann als das Feigenblatt des Schönen über ausgefeilten Ingenieurleistungen, nämlich
durch und durch politisch."
Tillmann Prüfer
kolumniert im
ZeitMagazin über
Gürtel als Symbol der Macht: "Er hielt das Gewand zusammen, aber auch die Person des Trägers. Am Gürtel hingen die Waffen, am Gürtel hing das Geld. Den Gürtel legte man
höchstens nach der Schlacht ab. Von dieser Bedeutung des Gürtels zeugen heute noch
Superhelden: Nahezu jeder Comic-Held trägt einen Gürtel. Batman zum Beispiel den mit Fledermaus-Emblem. Auch Captain America und Figuren wie Asterix und Obelix, Lucky Luke oder He-Man hat man niemals ohne gesehen. Und auch der Superschurke Darth Vader bei 'Star Wars' ist im Besitz eines beeindruckenden Gürtels."
Besprochen wird die
Oldtimer-Ausstellung "PS: Ich liebe Dich" im
Kunstpalast in Düsseldorf (
FR).