
Vor Keramikkacheln kommen Porzellanvasen einfach viel besser zur Geltung. Foto: Hermès.
Obwohl sich alle namhaften Designer die
Nachhaltigkeit ans Revers heften,
kann NZZ-Kritikerin Antje Stahl auf der
Mailänder Möbelmesse kaum echte Bemühungen darum entdecken. Veganes Design aus Israel, Trashplast, Vasen aus Plasticmüll gab es durchaus zu sehen, aber nur in den Kellern einer zerfallenen Fabrik: "Besonders dort, in den Ruinen einer Panettone-Fabrik, wurde einem der
eklatante Abstand zwischen Design-Industrie und Design-Diskurs wieder einmal bewusst: Für die Welt da draußen lassen 1841 Aussteller Möbel aus 33 Ländern einfliegen und in noch viel mehr produzieren, um sie auf großspurigen Ständen in einem der fünf Ausstellungsbereiche des Salone zu präsentieren...
Hermès etwa importierte
150.000 Keramikplatten aus Marokko, um für ein paar Tage ein buntes Interior in seinem Museum für teures Porzellangeschirr, Lederetuis und Cashmeredecken vorführen zu können. So schön diese Produkte sind, so sehr provoziert diese Inszenierung Fragen nach den heutigen
Maßstäben des guten Geschmacks."