Margareta Kosmol
berichtet für die
taz aus den
Techno-Clubs Tbilissis, die sich zu einem Zentrum der antirussischen Protestbewegung entwickelt haben. Unter anderem lernt sie den queeren jungen Aktivisten Gleb kennen: "Die Techno-Philosophie ist für Gleb provokativ und revolutionär: 'Ich finde es faszinierend, wie sie in Berlin groß wurde, als die Mauer fiel. Heute ist Techno in Berlin leider mehr Kommerz. Hier in Georgien spürt man das Feuer in den Menschen.
Sie verteidigen ihren Raum! Das ist ein Ort, an dem wir uns vor dieser Welt verstecken können, die versucht, uns zu zerstören.' Der Boden vibriert vom Bass, rote und gelbe Strahlen schneiden den Raum wie Laser. Gleb sagt, hier fühle er sich vollkommen frei: 'Aber irgendwann merkst du, dass diese Wände des Clubs auch dein Gefängnis werden, weil du dahinter keinen anderen Ort hast, dich sonst nirgendwo akzeptiert fühlst.'"
Ingeborg Ruthe
besucht für die
FR eine Ausstellung in der Berliner
Akademie der Künste, die dem
Paul-Robeson-Archiv gewidmet ist. Das liegt in Berlin, weil der schwarze amerikanische Blues-Sänger Robeson in den 1960er Jahren Kontakte in die DDR geknüpft hatte. Wie überhaupt die DDR-Führung einige Versuche machte, Robeson für ihre Sache einzugemeinden: "Die Staatsführung machte sich den Kampf der Afroamerikaner für die Bürgerrechte einseitig zu eigen in der politischen Polemik gegen das imperialistische System. Blues, Gospel, Spiritual, Soul galten als
Leidensmusik der Diskriminierten, Unterdrückten. Das Melancholische, aber auch Widerständige fand sich dann wieder in der Musik von Ost-Bands wie Hansi Biebl, Freygang, Monokel, Kerth, Engerling, Distelmann und bei den Konzerten von Manfred Krug und Günther Fischer. Da ging es aber weniger um den antiimperialistischen Klassenkampf, eher um den eigenen
Protest gegen einen bornierten Sozialismus, gegen die beschnittene Individualität und Reisefreiheit."
Ein Robeson-Klassiker auf Youtube aus dem Hollywoodfilm "Showboat" (1936):
Weitere Artikel: Begeistert berichtet Wilhelm Sinkovicz in der
Presse von einem Schubert-Abend im Wiener Musikverein. Der Sänger Matthias Goerne und der Pianist Daniil Trifonov widmeten sich dem "Winterreise"-Zyklus. Harry Nutt trauert in der
FR um den Reggae-Star
Jimmy Cliff. Wolfgang Sandner gratuliert in der
FAZ dem Trompeter Randy Brecker zum 80. Merle Krafeld fasst auf
van eine
Studie zusammen, die vor
Fachkräftemangel in Musikschulen warnt. Michael Pilz beschäftigt sich in der
Welt mit dem aktuellen
Vinyl-Boom. Helene Slancar
besucht für die
taz das
queere Metalfestival "Loud and Proud" im Wiener Club Flucc. Christoph Wagner
schaut sich für die
NZZ zwei Konzerte der Jazz-Pianistin
Marilyn Crispell an.
Besprochen werden
Holly Golightlys Album "Look Like Trouble" (
FR), "Firedove", die neue CD der Star-Organistin
Anna Lapwood (
Zeit Online), ein Klavierabend im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie mit
Bruce Liu (
Tagesspiegel), ein Gastkonzert der Cellistin
Alisa Weilerstein bei der Staatskapelle in der Berliner Philharmonie (
Tagesspiegel), ein Konzert des Rappers
Kontra K in der Berliner Uber Arena (
Tagesspiegel) und das Album "Adieu Unsterblichkeit" der österreichischen Band
Kreisky (
Standard).