"Ceasefire now" wurde auf anti-israelischen Demonstrationen und Aktionen der jüngeren Zeit oft und laut gerufen, aber mit dem Waffenstillstand im Gazakrieg haben insbesondere auch in der dafür sehr anfälligen Popkultur die Proteste nicht einfach aufgehört, beobachtet Jens Balzer auf ZeitOnline. Im Gegenteil: Die Parolen werden martialischer und nähern sich damit der Hamas noch weiter an, der Protest scheint sich radikalisieren und verstetigen zu wollen. "Insofern ist es bei den Boykottkampagnen der vergangenen Jahre niemals nur um Frieden und Wohlergehen für die Menschen in der Levante gegangen. Vielmehr haben sie immer auch einen popkulturell vergemeinschaftenden Charakter besessen. ... Bei vielen Künstlern, die sich beteiligen, kann man nicht einmal verlässlich bestimmen, ob sie sich über den Konflikt informieren, ob sie aus echter Überzeugung handeln oder bloß in dem Gefühl, dass es irgendwie richtig ist. Man könnte es schärfer formulieren: Viele Künstlerinnen und Künstler sind Opportunisten. Oder man könnte es noch schärfer formulieren: Der Antisemitismus der Wenigen hat noch nie ohne das Mitläufertum der Vielen funktioniert."
Inspirierte Musiker schaffen Hommagen, KIs hingegen Plagiate - dass für den Einsatz letzterer größere Summen an jene Musiker, von denen in beiden Fällen gleichermaßen abgekupfert wurde, fließen sollen, findet Detlef Diederichsen in der taz daher nicht einsichtig. Zumal der Einsatz von Technologie und Algorithmen in der Musikproduktion die letzten Jahre ohnehin zum Standard wurde. Er empfiehlt, die allgemeine Aufregung einfach mal etwas runterzupegeln: "Das große Geschäft für KIs liegt in instrumentaler Friseursalon- und Fitnessstudio-Muzak. Kunst interessiert nur eine Minderheit. Das war aber schon immer so. Seit die Musik zu einem Wirtschaftszweig geworden ist, in dem sich viel Reibach machen lässt, war - Verzeihung - Scheißmusik die Norm und Kunst die Abweichung. Ob diese Scheißmusik nun von Menschen oder KIs produziert wird, ist doch eigentlich herzlich egal."
Weiteres: In der tazempfiehlt Ralph Trommer ein vom RBBonline gestelltesMorricone-Konzert. Für eine "Bizarrerie" hält es Elmar Krekeler in der Welt, dass der Starpianist LangLangRolfZuckowskis Kinderlied "In der Weihnachtsbäckerei" aufgenommen hat.
Besprochen werden das neue Chicks-On-Speed-Album "HEARandNOWtopia" (FR), ein Schubert-Abend mit dem KlangforumWien (Standard), das neue Album von TameImpala (JungleWorld) und das Weihnachtsalbum "Dunkle Magie" des österreichischen Indierockers Oehl ("ein Geschenk", freut sich Anna Weiss in der FAS).
Jan Brachmann unterhält sich in der FAZ mit MartinHelmchen, der derzeit alle Klaviersonaten Schuberts einspielt. In den Arbeiten des Komponisten zeigt sich dem Pianisten "so viel Zerrissenheit, Psychotisches, Abgründiges. ... Diese Ausbrüche bei Schubert haben etwas Vulkanisches. Man spürt die ganze Zeit, während man auf der blühenden Wiese läuft, dass darunter die Lava brodelt. ... Und diese Wut bricht aus Schubert heraus ohne jegliche Hoffnung, dass sich durch den Ausbruch etwa ändern würde. Anders als bei Beethoven, der Wut nutzt, um etwas zu konstruieren und sich am Ende daraus zu erlösen. Bei Schubert ist immer klar: Das Schicksal, die Ungerechtigkeit, die stete Ferne des Glücks lassen sich niemals ändern." Besonders deutlich werde das beim langsamen Satz der A-Dur-Sonate D 959, "wo er so vehement dreinschlägt, dass nichts mehr übrig bleibt an Form, Harmonik, Zusammenhang. Da wird ein Grad an Chaos erreicht, der im 19. Jahrhundert nicht mehr überboten werden konnte. Da steht jemand im Auge des Sturms und kann nichts machen."
Hier spielt Helmchen Schubert in Hongkong:
Ganz tief versenkt sich FR-Kritiker Max Dax in eine Wiederveröffentlichung von JeffMills, dessen stilbildendes DJ-Set aus dem Jahr 1995 im Liquid Room in Tokio ein zentrales Stück Technogeschichte dokumentiert: "Was den Detroiter Techno im Unterschied zum Berliner Techno so zeitlos und unwiderstehlich macht, ist bekanntlich seine Nähe zu Motown und Soul. Es ist eine schwer zu beschreibende Melancholie, die den ekstatischen Momenten eine lyrische Note und den Momenten des Innehaltens und des Sammelns eine menschliche Grundierung anheim gibt." Für Dax ist hier "ein Magier am Werk, der, als Schlagzeuger aus dem Jazz kommend, ein DJ-Set als Intensitätsstrahl versteht, als instrumentaleErkenntnisschnittstelle".
Weitere Artikel: Axel Brüggemann blickt in Backstage Classical hinter die Kulissen des PR-GeschäftsimKlassikbetrieb. Clemens Haustein porträtiert in der FAZ die Klarinettistin SabineMeyer, die in wenigen Tagen ihr letztes Konzert gibt. Thomas Lindemann porträtiert in der FAZ den jungen Pianisten JuliusAsal, "der die Musik oft wie Pop oder Jazz behandelt: als etwas, das lebt, das man weitererzählen darf". Axel Brüggemann verzweifelt auf Backstage Classical an der ARD, die mit der Serie "Mozart/Mozart" (in den Worten Johanna Adorjáns in der SZ) mal wieder "in nahezu sensationellem Ausmaß totalmiserablesFernsehen zeigt". Einfach nur peinlich, wenn es nicht so bitter wäre: Der ESC-Star Nemo gibt laut Agenturmeldungen seinen Pokal zurück - wegen der Teilnahme Israel bei der kommenden Ausgabe des Wettbewerbs.
Bestellen Sie bei eichendorff21!Besprochen werden Michael Fuchs-Gamböcks und Michael Josephs Buch über die Krautrocklegende PopolVuh, die in den Siebzigern zahlreiche Filme von WernerHerzog musikalisch unterlegt hat (SZ), ein von ThomasGuggeis dirgiertes Konzert des Tonhalle-Orchesters Zǘrich (NZZ), JamieTaylors Buch "Studio Electrophonique" über die New-Wave-Welle aus dem britischen Sheffield um 1980 (taz) die von 50Cent produzierte Netflix-Doku über den Prozess gegen dessen Konkurrenten SeanCombs (taz), HaydenChisholms und PhilipZoubeks Album "As If the Stormy Years Had Passed" mit Kompositionen von GeorgeIvanovichGurdjieff (FR) und ein Sufi-Konzert mit dem belgischen EnsembleJawa in Frankfurt (FR).
"Bis Putin tot ist, gehe ich nicht wieder nach Russland", selbst wenn die von ihm verehrten Petersburger Philharmoniker anrufen, sagt PaavoJärvi im VAN-Gespräch mit Alexander Gurdon. Dennoch zeigt der Dirigent Verständnis für Künstler, die hier weniger rigoros handeln - sofern sie nicht öffentlich ein Loblied auf Putin singen. "Manche müssen sich dem Diktator anbiedern, weil sie buchstäblich nirgendwo anders hingehen können. Currentzis dagegen ist wieder eine ganz andere Geschichte - kompliziert, ja, aber keineswegs so, wie der Westen oft denkt. Ich halte ihn mit Sicherheit nicht für einen heimlichen Botschafter Putins. Er macht seine Kunst; er nimmt Geld von dort, wo es verfügbar ist - in diesem Fall eben von Banken oder Institutionen, die in Russland existieren dürfen. So funktioniert das System dort. Und ehrlich gesagt: Auch die Berliner Philharmoniker nehmen Geld von der Deutschen Bank - einer Bank mit einer langen Geschichte von korrupten Krediten an Trump und von anderen Skandalen."
Außerdem: 2025 ist das Jahr der Wiederveröffentlichungen, der Archiv-Anthologien und der allgemeinenResteverwertung, schreibt Jochen Overbeck in der Welt. In der Welt porträtiert Stefan Grund den Sänger KlausHoffmann. Die Agenturen melden, dass nun auch Island den kommenden ESC wegen der Teilnahme Israels boykottieren werde. Der Dirigent Ingo Metzmacher und Albrecht Selge liefern sich in VAN ein Pro-und-Contra-Duell darüber, ob Stockhausens "Gesang der Jünglinge" heute nur noch museal zu hören ist. Judith Valerie Engel spricht für VAN mit der Pianistin SamanthaEge, dem Dirigenten JohnAndrews und der Musikwissenschaftlerin LeahBroad über Leben und Werk der Komponistin und Pianistin AvrilColeridge-Taylor, die auch deshalb in Vergessenheit geraten ist, weil sie im 20. Jahrhundert noch ganz im Geiste des 19. komponierte. Wir hören rein:
Besprochen werden ein Konzert der lettischen Organistin IvetaApkalna in Zürich (NZZ), Frankfurter Auftritte des Harfenisten XavierdeMaistre (FR) und der Band KuhnFu (FR), ein Berliner Abend mit MaxRegers Klarinettenquintetten, die der Solist JörgWidmann mit dem SignumQuartett aufführte (VAN-Kritiker Albrecht Selge stößt auf Passagen "spröder, zart angebitterter Amabilität") und Rosalías neues Album "Lux", das nach Ansicht des restlos begeisterten FR-Kritikers Stefan Michalzik eigentlich nur (wenn auch "entfernt") mit Queens Album "A Night in the Opera" vergleichbar ist. Wir hören rein:
Geigenbogenbauer atmen auf, da das Washingtoner Artenschutzübereinkommen mit Blick auf den für sie wichtigen Rohstoff Fernambukholz nicht so rigoros ausgefallen ist, wie zuvor befürchtet, berichtet Stefan Schickhaus in der FR. Das SchweizerJodeln soll Weltkulturerbe werden, berichtet Nicolas Freund in der SZ. Besprochen werden ein Konzert von Radiohead in Berlin (Welt, FAZ), ein neuer Memoirenband von PattiSmith (online nachgereicht von der Welt) und neue Pop- und Rockveröffentlichungen, darunter CurtisHardings "Departures & Arrivals: The Adventures of Captain Curt" (online nachgereicht von der FAZ). Wir hören rein:
Gerald Felber erkundigt sich im FAZ-Gespräch bei BenjaminAlard nach dem Stand der Dinge in dessen Bach-Projekt: Wohl bis Ende des Jahrzehnts will der französische Organist und Cembalist Bachs Gesamtwerk für Tasteninstrumente aufgenommen haben. Julian Weber (taz) und Christiane Peitz (Tsp) berichten vom Berliner Symposium "Afrodiaspora - Composing While Black", bei dem über die marginalisierte Rolle schwarzer Komponisten und Performer in der Klassik diskutiert wurde. Angesichts des aktuellen Berliner Konzertzyklus von Radiohead (besprochen in FAZ und Tsp) erinnert sich Gerrit Bartels im Tagesspiegel an den Berliner Auftritt der Band am 11. September 2001. Besprochen werden ein von LahavShani dirigiertes Konzert der RotterdamerPhilharmoniker mit AlexanderMalofeev in Wien (Standard), ein Konzert der WienerPhilharmoniker unter JakubHrůša (Standard) und Ragawerks Album "Nola" (FR).
Manuel Brug spricht für die Welt mit der Klarinettistin SabineMeyer, die sich von der Bühne verabschiedet. Besprochen werden PattiSmiths neuer Memoirenband "Bread of Angels" (Standard), LionelRichies Autobiografie (NZZ), ein von JordiSavall dirigiertes Konzert der BerlinerPhilharmoniker (BLZ), eine 84 CDs umfassende Box mit Aufnahmen von FriedrichGulda (FAZ), KlimaKalimas neues Album "Voyager Blues" (FR), ein Konzert von UlrichTukur (FR) und das Album "Beyond the Fingertips" des Christian MarienQuartetts (FAZ).
In der Frankfurter Pop-Anthologie der FAZschreibt Sonja Miklitz über Rosalías Song "Berghain":
Für den Freitagwirft Ji-Hun Kim einen Blick auf den aktuellen Aktivismus gegen Spotify. Im Reflektor-Podcast spricht Tocotronic-Bassist JanMüller mit MillePetrozza von Kreator. In der NZZgratuliert Bertram Job der WestfalenhalleDortmund zum hundertjährigen Bestehen. Bernhard Heckler spricht in der SZ mit Howard Carpendale, der eben seine Autobiografie veröffentlicht hat. Besprochen werden ein von OmerMeirWellber dirigiertes Konzert der WienerSymphoniker mit VadymKholodenko (Standard), die Netflix-Dokuserie über den Prozess gegen den Rapper SeanCombs (NZZ), ein von JordiSavall dirigiertes Konzert der BerlinerPhilharmoniker (FAZ, Tsp), die ab 12. Dezember laufende ARD-Serie "Mozart/Mozart" (WamS) und Lordes neues Album "Virgin" ("ein kathartisches Popalbum", schreibt Dagmar Leischow in der taz).
Die Generalversammlung der European Broadcasting Union hat sich mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, dass Israel am nächsten Eurovision Song Contest teilnehmen darf. Spanien, Irland, Slowenien und die Niederlande haben daraufhin erklärt, die Veranstaltung zu boykottieren - auch die Rundfunkanstalten weiterer Länder könnten sich dazu noch entschließen. "Der Eurovision Song Contest ist am Ende", kommentiert Jens Balzer auf Zeit Online: "Im Grunde ist der ESC seit fast 70 Jahren die einzige paneuropäische Kulturinstitution. Und diese Institution ist nun zerstört durch die Logik des Boykotts, wie sie sich insbesondere gegen Israel und israelische Künstlerinnen und Künstler seit einigen Jahren in kulturellen Institutionen und Szenen ausgebreitet hat - unter der Fahne der Moral und des politischen Aktivismus und wie sie noch niemals zu etwas anderem geführt hat als zu eben Zerstörung. Der Eurovision Song Contest ist am Ende, die Verfechter der Boykottidee haben gewonnen, aber was damit politisch gewonnen sein soll, bleibt ihr Geheimnis." Alles halb so wild, meint offenbar Nadine Lange vom Tagesspiegel: "Selbst wenn wie in den Anfangsjahren nicht mal ein Dutzend Nationen dabei sind, wird die Show weitergehen." Außerdem: Stephanie Grimm resümiert in der taz das britische hcmf-Festival für zeitgenössische Musik. Edo Reents (FAZ) und Jakob Biazza (SZ) schreiben Nachrufe auf den Gitarristen, Songschreiber und Produzenten SteveCropper, der den Stax-Sound maßgeblich geprägt hat. Auch diesen Klassiker - in dessen Lyrics er mit "Play it, Steve" auch namentlich erwähnt wird, hat er entscheidend mitgewirkt:
Besprochen werden ein Konzert von Laibach in Bosnien (taz), HowardCarpendales Autobiografie (NZZ), die Netflix-Dokuserie über den Prozess gegen SeanCombs, die ausgerechnet von dessen Konkurrenten 50Cent produziert wurde (Standard) und das neue Album von Kraftklub (taz).
Die EuropeanBroadcastingCompany tagt heute und morgen über die Teilnahme Israels beim 70. EurovisionSongContest im nächsten Jahr. Ursprünglich sollte die Entscheidung bereits im November getroffen werden, wurde dann aber wegen des Waffenstillstands in Gaza zunächst verschoben. An den Positionen hat sich derweil wenig geändert, schreibt Ueli Bernays in der NZZ: "Spanien bleibt bei seiner Drohung. José Pablo López, der Chef des öffentlichrechtlichen Senders RTVE, bekräftigte vergangene Woche die Absicht, den ESC im Falle einer Teilnahme Israels zu boykottieren. ... Spaniens Einfluss auf den ESC ist insofern besonders bedeutend, als die spanische Rundfunkstation (...) zu den 'Big Five' gehört, die die Finanzierung des Gesangswettbewerbs garantieren." Ebenso wie "Deutschland, das seinerseits gedroht hat, sich bei einem Ausschluss Israels zurückzuziehen. So stehen sich zwei ESC-Hauptakteure frontal gegenüber. ... Sollten die Rundfunkgesellschaften im Streit auseinandergehen, hätte dies eine der größten Krisen der EBU zur Folge."
Michael Pilz (Welt) sieht die seit längerem geführte Kontroverse um Israel und den ESC auch im Kontext mit dem Flirt der insbesondere britischen Popkultur mit BDS-Positionen: "Durch die aggressive Rundfunkpolitik von EBU-Staaten wie Spanien werden solche Haltungen verstaatlicht. Sie erledigen den ESC." Dieser "war eine utopische Versammlung und Veranstaltung. Das Unpolitische war nur die Aura. Das Politische war offen, für Identitäres, Patriotisches und Parodistisches. Da wurde paramilitärisch scharf mit Feuerwerk geschossen, um Kriege zu bannen. Da saß eine Deutsche im Konfirmationskleid mit einer weißen Gitarre und wünschte der Welt ein bisschen Frieden. In der Regel waren alle da und sich im Wesentlichen einig. So war er, der Eurovision Song Contest oder Grand Eurovision de la Chanson. Er wurde 69 Jahre alt."
Weiteres: Adrian Schräder porträtiert in der NZZTheAlchemist, der eben als Hiphop-Produzent des Jahres ausgezeichnet wurde und bei dem sich nur die Allergrößten des Genres den Sound polieren und anreichern lassen: "Seine Musik wirkt wie ein Sediment aus Jahrzehnten, wie ein Archiv, das mit der Geduld eines Archäologen geöffnet wird." Marie Gundlach und Berit Kruse spüren in der SZ dem Algorithmus auf den Zahn, der jedes Jahr zum Jahresende die auf Social Media herumgereichten Spotify-Wrapped-Statistiken erstellt. In der FAZ gratuliert Jan Wiele der Jazzsängerin CassandraWilson zum 70. Geburtstag.
Besprochen werden das von PaavoJärvi dirigierte Debütkonzert des Tonhalle-Orchesters im Festspielhaus Baden-Baden ("ein Ritterschlag", schreibt Christian Wildhagen in der NZZ), eine von 50Cent produzierte Netflix-Doku über den Fall Sean "Diddy" Combs (Zeit Online, Welt,SZ), ein Konzert des EnsembleModern in Frankfurt (FR), ein Konzert von VíkingurÓlafsson in Wien (Standard), ein Konzert des LondonPhilharmonic in Frankfurt (FR), ein Konzert der Hives in Frankfurt (FR) und eine Ausstellung mit neuerworbenen Mozartbriefen im Mozarteum in Salzburg (FAZ).
Derya Türkmen stellt in der tazManifest vor, eine türkische Girl-Band, die sich musikalisch und modisch am K-Pop-Hype orientiert. Die sechs jungen Frauen kopieren den Stil der ostasiatischen Vorbilder jedoch nicht nur, sondern übersetzen ihn "ins Türkische: weniger Idolkult, mehr Alltagsnähe, weniger Coolness, mehr Selbstbehauptung. Ihre Musik - t-Pop, wie sie das nennen - verbindet die polierten Beats des K-Pop mit türkischen Popmustern, mischt R'n'B, Dance und elektronische Einflüsse. Für ihre Fans - vor allem junge Frauen - klingt das nach Aufbruch und Freiheit in einem Land voller Repressionen. Für die Kulturhüter des Landes nach Grenzüberschreitung. Denn hinter den Pastelltönen und Tanzschritten steckt mehr als Show: eine Generation, die sich auf der Bühne so zeigt, wie sie im Alltag oft nicht darf." Gar nicht gut an kommt das bei der türkischen Obrigkeit. Die Staatsanwaltschaft Istanbul wirft der Band bereits "unanständige Bewegungen" vor.
Wir hören natürlich rein:
Der Rapper Chino Amobi legt, lesen wir bei Standard-ler Christian Schachinger, mit seinem neuen Album "Eroica II: Christian Nihilism" einen "schweren Brocken" vor. Das ziemlich rätselhafte Werk ist unter anderem von "grimmigen Schriften der russischen Orthodoxie" inspiriert: "Gleich im Opener 'The Triumph of the Cross' hören wir verfremdete und durch die akustische Kälte einer ungeheizten Kirche dringende sakrale Chormusik. Die passt in folgenden Stücken wie 'Hand of God' zu einer Mischung aus Rap mit Grabesstimme und Quietschenenten-Gesang aus den Pop-Charts. In der beharrlich im Zeitlupentakt Richtung Kifferparanoia pochenden 'Space City' oder in '777' erinnert Amobi an Massive Attack oder an den düsteren, technoiden Berliner Dub von Basic Channel oder Rhythm & Sound."
Auch das wollen wir uns nicht entgehen lassen:
Sean Comby aka P Diddy wehrt sich gegen eine neue Netflix-Doku, gibt der Standard durch. Michael Maier trifft sich für die Berliner Zeitung mit dem Dirigenten Jordi Savall, der bei den Berliner Philharmonikern debütiert. Besprochen wird "Resurrection", ein Album, das Hans Lüdemann gemeinsam mit dem westafrikanisch-westeuropäischen Trio Ivoire aufgenommen hat (FR).
BuchLink: Aktuelle Leseproben.
In Kooperation mit den Verlagen (Info)
Charlotte Mew: Alle belebten Dinge halten den Atem an Aus dem Englischen von Wiebke Meier. Mit einem Nachwort von Norbert Hummelt. Charlotte Mew war eine der herausragenden lyrischen Stimmen ihrer Zeit. In ihren mit den Geschlechterrollen…
Sighard Neckel: Katastrophenzeit In seinem neuen Buch analysiert der Soziologe Sighard Neckel das große Dilemma unserer Zeit: Während der Klimawandel auf eine ökologische Katastrophenzeit zuläuft, stellen…
Tomer Gardi: Liefern Aus dem Hebräischen von und in Zusammenarbeit mit Anne Birkenhauer. Sie sind überall, wir sehen sie jeden Tag. Egal ob in Delhi, Tel Aviv, Buenos Aires, Istanbul oder Berlin,…
Dirk Baecker: Digitalisierung Es ist die Gesellschaft, die einen Strich durch die Digitalisierung macht. Aber was bedeutet dieser Strich? Man kann ihn sehen, aber nicht lesen. Er verweist auf die bei…
Alle aktuellen BuchLink-Leseproben finden Sie
hier