1963 filmte der Kleiderfabrikant Abraham Zapruder in Dallas das Attentat auf John F. Kennedy. Alex Pasternack erzählt die hochinteressante Geschichte dieses Films, die auch eine Geschichte des Copyrights ist. Zapruder verkaufte den Film an das Life Magazin, entschied aber nach einem Alptraum - "See the President's head explode!" - dass Bild 313 nicht gezeigt werden dürfe. In der Woche darauf veröffentlichte Life 30 Bilder aus dem Film, 1967 ließ es den Film von der Copyright-Büro registrieren. 1969, sechs Jahre nach dem Attentat, wurde der Film erstmals vorgeführt und das auch nur bei einer Gerichtsverhandlung, dafür zirkulierten schlechte Kopien, die die Mystik um den Originalfilm noch erhöhten. Pasternack zitiert Don DeLillo, der in einem Interview mit der Paris Review dazu sagte: "Kennedy wurde auf Film erschossen, Oswald im Fernsehen. Bedeutet das etwas? Vielleicht nur, dass Oswalds Tod sofort wiederholbar wurde. Er gehörte jedem. Der Zapruder-Film, der Film von Kennedys Tod, wurde verkauft, gehortet und nur wahlweise gezeigt. Er war exklusives Filmmaterial. So blieben die sozialen Unterschiede bestehen - man konnte Oswald sterben sehen, während man vor dem Fernseher zu abend aß, und er starb immer noch, wenn man ins Bett ging. Aber wenn man den Zapruder Film sehen wollte, musste man sehr wichtig sein oder man musste warten, bis er in den Siebzigern einmal im Fernsehen gezeigt wurde, oder man musste jemandem 30.000 Dollarzahlen, um ihn sehen zu dürfen - ich glaube, das war der handelsübliche Preis."
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