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Radar

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Magazinrundschau vom 08.09.2003 - Radar

Eindeutig interessanteste lateinamerikanische Kulturbeilage dieser Woche ist Radar, die zusammen mit der Tageszeitung Pagina 12 in Buenos Aires erscheint. Darin ein bislang unveröffentlichtes Interview mit Jorge Luis Borges (mehr hier) über den Tod. "Ich werde sterben und ich werde nicht mehr sein, und was kann ich mir mehr wünschen als das, was kann es angenehmeres geben als den Tod, der doch so dem vielleicht Angenehmsten im Leben ähnelt, dem Traum", sagte der altehrwürdige Dichter seiner Interviewerin Liliana Hecker. Das war 1980, sechs Jahre vor seinem Tod. Heckers Gesprächsband "Dialoge über das Leben und den Tod" wurde schon damals gedruckt, aber nie ausgeliefert, weil der Verleger Pleite ging.

Außerdem erinnert Maria Gainza an den argentinischen Künstler Federico Peralta Ramos, "eine Art lokaler Marcel Duchamp, der die Möglichkeiten der Konzeptkunst erahnte, Jahre bevor sie Form anzunehmen begann" und auch nicht davor zurückschreckte, seine Bilder zu zersägen, um sie durch die Tür einer Galerie bugsieren. Das Museum für Moderne Kunst in Buenos Aires widmet ihm derzeit eine Retrospektive. In einem weiteren Text freut sich Rodrigo Fresan, dass der todkranke Rockmusiker Warren Zevon noch ein Album aufgenommen hat, "The Wind". Fresan ist in Deutschland weitgehend unbekannt und noch nicht übersetzt, im spanischsprachigen Raum jedoch gilt der Autor von "Historia Argentina" und "La velocidad de las cosas" als eines der großen Nachwuchstalente.