Stichwort

Elias Canetti

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Die Matrix und ihre Feinde

Essay 17.06.2013 […] Die Spuren dieses narzisstischen Größenwahns können wir bis zum Unfehlbarkeitsdogma des Papstes oder den Abschiedsvideos "Berge versetzender" (oder eben Türme sprengender) Selbstmordattentäter verfolgen.[14] Nun gibt es psychische Dispositionen für die jeweils situativ gebotene Feinderkennung und -abwehr im Dienste der Selbsterhaltung (als anthropologisches Potential); und überall dort, wo es Einzelnen gelingt, an die Spitze einer Hierarchie zu gelangen, stellen sich paranoide Reflexe zum Zweck der Machterhaltung ein. Elias Canetti bezeichnet Paranoia deshalb als eine "Krankheit der Macht"[15]. […] Von Daniele Dell'Agli

Ego_Firmen im Alltagsdiskurs

Essay 07.07.2008 […] Hier wechselt nun auch der Verfasser dieser Zeilen zum "ich" und führt ... ich führe ein paar aktuelle Beispiele an, um meine Beobachtungen zum Missverhältnis zwischen digitalem Schreiben und auktorialer Selbsterfassung zu verdeutlichen; um aufzuzeigen, mit welcher Selbstverständlichkeit Texte heute in unverstellter Ich_Perspektive dahergeschrieben werden, im Gedicht ebenso wie im Essay, in der Erzählung, woraus abzuleiten ist, dass Schreiben in erster Instanz als Autoinszenierung praktiziert wird, und nicht als neutrale literarische Praxis, deren Zielsetzung schlicht darin besteht, dass (so hat es Oskar Pastior in einer seiner Frankfurter Vorlesungen beiläufig angemerkt:) Text da sei - eine Minimalforderung, die einst aus ganz andrer Warte auch von Elias Canetti, in den "Aufzeichnungen", festgehalten wurde: "Die Worte wollen sich sagen, damit sie da sind." […] Von Felix Philipp Ingold