Stichwort

DDR

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9punkt 07.12.2019 […] die meisten DDR-Bürger eigentlich gar keine Revolution wollten: "Erst als die Menschen die Reichtümer des Westens sahen, versiegten ihre Hoffnungen auf die Reformierbarkeit des sozialistischen Systems. Der Umschwung in den Meinungen fand seinen konzentriertesten Ausdruck in der Ablösung des Rufes 'Wir sind das Volk' durch 'Wir sind ein Volk'. Opposition und Widerstand waren in der DDR bis zuletzt immer […] Gegensatz etwa zum Nachbarland Polen mit seinen Arbeiteraufständen, der starken unabhängigen Gewerkschaft Solidarnosc und der regimekritischen katholischen Kirche. Die Zahl der Bürgerrechtler in der DDR oder der in oppositionellen Kreisen engagierten Menschen war bis zum Sommer 1989 winzig klein." […]
Efeu 07.11.2019 […] Besucher über mehrere Tage, Dutzende Bands, ein Drittel der Besucher Punks, das war in der DDR unvorstellbar. Das führte dazu, dass die Alösa-Gruppe, die auch eine politisch oppositionelle Gruppe war, auf die Idee kam, auch in Berlin etwas Größeres zu organisieren." Über das Verhältnis zwischen der polnischen und der DDR-Punkszene hat Pehlemann auch ein Buch geschrieben. Außerdem entstand damals der gemeinsame […] Barnett alles niederreißt - nur um wieder aus der Asche aufzusteigen. Es ist kein Trennungsalbum. Es ist ein Triumph." Ein Video: Nicht nur der Kontakt mit der westdeutschen Punkszene war für die DDR-Punks wichtig, sondern vor allem auch der zur polnischen, erfahren wir im taz-Gespräch, das Uwe Rada mit dem damaligen Szeneaktivisten Alexander Pehlemann geführt hat. Los ging es über Fanzines und […]
9punkt 11.10.2019 […] Natürlich war die DDR ein Unrechtsstaat, und selbst die Idylle, in die sich manche zurücksehen, war Ausdruck des Zwangs, sagt der Historiker Stefan Wolle im Interview mit Marc von Lüpke bei t-online.de:  "Die DDR konnte ohne Gewalt nicht existieren. Etwa indem sie ab dem 13. August 1961 den Stacheldraht auspackte und Minenfelder anlegte. Sonst wäre der Staat regelrecht ausgeblutet. Danach war es ruhig […] wirklich akzeptiert hat die Bevölkerung die DDR nie. Das begann dann erst ab 1990: Im Rückblick wird der Sozialismus mit jedem Jahr schöner." Dass Anetta Kahane, heute Expertin für Rechtsextremismus, einst langjährige Stasi-Mitarbeiterin (Unser Resümee), von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin-Brandenburg eingeladen wurde, um über das Verhältnis der DDR zu Israel zu sprechen, findet Hubertus Knabe […] Israelfeindlichkeit der DDR: "Schon Anfang der 1950er Jahre verhaftete die Stasi eine Reihe hochrangiger Funktionäre, die beschuldigt wurden, als 'zionistische Agenten' an der 'Ausplünderung Deutschlands' und der 'Verschiebung von deutschem Volksvermögen' mitgewirkt zu haben. Auch später gehörte antiisraelische Hetze, oft mit antisemitischem Unterton, zum Alltag in der DDR. Gern wurde der jüdische […]
9punkt 09.10.2019 […] es auch in der DDR "Anstand, Mut, Humanität" gab. "Aber diese Haltungen wurden vom System nicht befördert, sondern von den Menschen trotz und gegen die Diktatur gelebt. Im Herbst 1989 wurde in der DDR eine Parole wirkungsmächtig, die zuvor zum Repertoire westdeutscher Linker gehört hatte: Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht. An dieser mutigen Haltung zerbrach die DDR, die so manche […] Dreißig Jahre nach dem Mauerfall behaupten plötzlich Politiker wie Bodo Ramelow (die Linke) und Manuela Schwesig (SPD), die DDR sei gar kein Unrechtsstaat gewesen. Es sei "höchste Zeit", fordert in der SZ dagegen Cerstin Gammelin, "dass der Osten einen klaren Blick auf die sozialistische Vergangenheit wirft. Im Westen haben sich Generationen von Nachkriegskindern mit der Schuld ihrer Eltern befasst […]
Efeu 09.10.2019 […] Foto: Kunstgewerbemuseum DresdenEnttäuscht kommt Freitag-Kritiker Michael Suckow von Dresden nach Hause, wo er die Rudolf Horn gewidmete Ausstellung besucht hat. So ganz bekommt diese die Arbeit des DDR-Möbeldesigners, dessen bekanntester Entwurf die modulare Schrankwand MDW 60 gewesen ist, nämlich nicht zu fassen. Stattdessen gebe es bloß warme Slogans. "Rudolf Horn selbst bringt das Wesentliche seines […] .. Es steckt ein enormes demokratisches Potenzial in diesem Gestaltungskonzept, das unter der Dominanz des warenästhetischen Stylings im Kapitalismus sich nur rudimentär entfalten kann. Auch in der DDR ist es, aus anderen Gründen zwar, eine konkrete, aber doch eine Utopie geblieben." […]
9punkt 19.09.2019 […] wie dort eine - nach der Wende konnten die Bürger der DDR auf niemanden mehr herabsehen, schreibt er: "Es ist heute beinahe vergessen, aber innerhalb des Ostblocks waren DDR-Bürger Könige. Wenn Ungarn die fröhlichste Baracke im sozialistischen Lager war, so war die Baracke mit dem Hammer, dem Zirkel und dem Ährenkranz mit Abstand die reichste. DDR-Deutsche konnten sich mehr leisten als die Bulgaren, […] Sowjetunion. (Ein Russe, der vor 1989 in die DDR kam, glaubte, er sei im Westen.) (…) Die DDR-Bevölkerung fühlte sich gegenüber den anderen Ostblockinsassen privilegiert und hatte auch allen Grund dazu. Und im Unterschied zur offenen Gesellschaft gleich nebenan, in der längst und selbstverständlich Hunderttausende Türken, Griechen und Italiener lebten, war die DDR ein ethnisch homogenes Biotop." […] der NZZ ein wenig Geschichte nachzuholen. Einer der größten "Klimakiller" war die DDR, erinnert er: "Das Land stieß schließlich über fünfmal so viel Schwefeldioxid aus wie die Bundesrepublik. Zu den Folgen zählte ein großflächiges Waldsterben in den Mittelgebirgen. Auch bei den Schwebstaubemissionen übertraf die DDR die Bundesrepublik um knapp das Fünffache. Da sich die Industrie vor allem im Süden […]
9punkt 10.09.2019 […] deutlich gehört haben." Aber dann! In einem Interview mit der NZZ spricht die Schriftstellerin und frühere DDR-Spitzensportlerin Ines Geipel über die DDR, die Wende und die Wahlerfolge der AfD im Osten. Die kann sie immer noch nicht ganz fassen: "Das ist doch das Erstaunlichste, dass Menschen, die die DDR erlebt haben, diese Differenz von vor 89 und nach 89 nicht machen. Dass es kein Gefühl dafür gibt, was […] was es heißt, öffentlich zu sprechen, oder was freie Wahlen sind, was es heißt, als Person Rechte zu haben. Was war denn 89? Die DDR ein komplett marodes Land, die Städte, die Seelen kaputt, die Menschen mit ihren Diktaturerfahrungen alleingelassen. Man muss überhaupt nicht wegerzählen, dass mit 1989 allen viel abverlangt wurde. Aber was haben wir heute? Die Arbeitslosenzahlen im Osten sind so niedrig […]
9punkt 02.09.2019 […] Schon in der DDR wurden die Mieten künstlich niedriggehalten. Die Verteilung von Wohnungen war Sache der Ämter. Und das wirtschaftliche Missverhältnis belastete nicht nur die DDR, sondern nach der Wende auch die neuen Länder, schreibt Hubertus Knabe in seinem Blog: "Die auseinanderklaffende Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben machte es erforderlich, die Wohnungswirtschaft in der DDR immer stärker […] stärker zu bezuschussen. Mit 16 Milliarden Mark lagen die Subventionen 1988 bereits mehr als fünfmal so hoch wie 1970. Die Deckungslücke musste durch immer höhere Kredite der DDR-Staatsbank geschlossen werden. Trotz eines großzügigen Schuldenerlasses im Jahr 1993 lasten dadurch bis heute riesige Altschulden auf den kommunalen Wohnungsunternehmen und Genossenschaften im Osten. Allein in Mecklenburg-Vorpommern […]