Stichwort

Georgien

Rubrik: 9punkt - 47 Presseschau-Absätze - Seite 1 von 4
9punkt 08.10.2018 […] In der NZZ gibt Ulrich M. Schmid einen interessanten kurzen Einblick in die jüngere georgische Geschichte, die vom Verhältnis Georgiens zu Russland geprägt ist. Wie kompliziert diese Geschichte ist, sieht man zum Beispiel an einem Denkmal in Tblissi für die "Teilnehmer einer friedlichen Demonstration, die vom sowjetischen Regime am 9. März 1956 blutig niedergeschlagen wurde". So ist es in den Stein […] Anlass für die Demo war damals Chruschtschows Kritik am Stalinkult, erzählt Schmid: "Junge Demonstranten zogen mit Stalin-Porträts durch das Stadtzentrum von Tbilissi und forderten die Unabhängigkeit Georgiens. Der Text auf der Erinnerungstafel erweckt den Eindruck, dass es bei der Demonstration von 1956 um demokratische Rechte und föderale Autonomie gegangen sei. Verschwiegen wird dabei, dass die Demonstration […]
9punkt 07.09.2018 […] Im Freitext auf Zeitonline erzählt die ungarische Schriftstellerin Noemi Kiss von dem unheimlichen Totenkult um Stalin in Georgien, den sie bei einem Besuch eines Museums in Stalins Geburtsstadt Gori erlebt hat: "Tatsächlich ist abscheulich, was uns an Stalin-Verehrung im Museum begegnet. Kein Wort über seine blutigen Taten. Stattdessen Zeugnisse seiner Kindergedichte. Zwischen gut und böse wird hier […] Gänsehaut bereitet, umso mehr, wenn man in der Bukowina die Grabsteine der verhungerten Ukrainer und Ukrainerinnen gesehen hat. Millionen sind gestorben, auch russische Soldaten. Die Ukraine ist stumm in Georgien, darüber wird kein Wort verloren." […]
9punkt 14.08.2018 […] Südossetien und Abchasien, nach einem Versuch Georgiens, die Region durch Besetzung zu sichern. Barbara Oertel schildert in der taz die heutige Lage: "Heute, zehn Jahre danach, ist das Erbe dieser Ereignisse, die weite Teile der georgischen Gesellschaft nachhaltig traumatisiert haben, allerorten spürbar. Zwanzig Prozent seines Territoriums... hat Georgien, das mit einer Größe von 69.700 Quadratkilometern […] etern etwas kleiner als Bayern ist, auf unabsehbare Zeit verloren. Armselige, provisorische Flüchtlingsunterkünfte in Georgien sind zu Dauereinrichtungen geworden." Berechtigte Kritik an linker Hypermoral, besonders in der Flüchtlings- und Rassismusdebatte, dürfen nicht dazu führen, im Namen einer angeblich überlegenen Rationalität moralische Grundsätze fallen zu lassen, schreibt Richard Herzinger […]