Stichwort

Stefan Heym

11 Presseschau-Absätze
Feuilletons 17.12.2001 […] damit abfinden, dass das Sichtbare nur noch aus den wenigen Dingen besteht, die alle sehen und verhandeln." Noch immer schwingt ein wenig Zorn in Thomas Steinfelds Nachruf auf Stefan Heym (mehr hier) mit: "Als Stefan Heym im November 1994 als Abgeordneter der PDS im Deutschen Bundestag vor die Mikrofone trat, um als dessen Alterspräsident die Eröffnungsrede der neuen Legislaturperiode zu halten, versagte […] Das Feuilleton trauert. Am Wochenende starben die beiden großen Schriftsteller Winfried Georg Sebald und Stefan Heym. "Ein großes Unglück ist geschehen", schreibt Thomas Steinfeld in seinem Nachruf auf W. G. Sebald (mehr hier), "wir werden lange brauchen, um zu ermessen, wie groß dieser Verlust ist". Und Michael Krüger, Chef des Hanser Verlags, bei dem Sebalds Bücher erschienen sind, würdigt: "W. […] Publizist, der noch für Carl von Ossietzkys Weltbühne geschrieben hat und selbst einer der Akteure jenes republikanischen Widerstands war, für die ansonsten keine Feierstunde zuwenig veranstaltet wird. Stefan Heym war eine Gestalt des öffentlichen Lebens, von vielen, nicht nur aus dem Osten, nicht nur aus dem Kreis konvertierter Kommunisten, geachtet, ja geschätzt. Fast hatte man ihn für unsterblich gehalten […]
Feuilletons 17.12.2001 […] Auch die NZZ bringt zum Wochenstart zwei Nachrufe auf die verstorbenen Autoren W. G. Sebald und Stefan Heym. Andrea Köhler würdigt den im englischen Norfolk verunglückten Sebald als einen außergewöhnlichen Schriftsteller, einen "Meister der sanft mäandernden Satzverläufe". Sebald, der besonders in den USA eine "ganz ungewöhnliche Wertschätzung" erfahren habe, sei von der Idee fasziniert gewesen, "dass […] Vergangenheit Verabredungen haben und dort Personen und Orte aufsuchen müssen, die jenseits der Chronologie in einem Zusammenhang stehen mit uns." Matthias Wegner erinnert an den gestern verstorbenen Stefan Heym: Dieser war für Wegner ein "unbeirrbarer Utopist", dessen Leben und Schreiben vom "Zwang zur Politik" dominiert wurde. Heym habe nach seiner "erzwungenen Emigration" zurück in der DDR zwar "oppo […]
Feuilletons 17.12.2001 […] Zum Tod des Schriftstellers Stefan Heym druckt die taz auf ihrer ersten Seite einen Auszug aus seinem Buch "Nachruf", in dem der Autor seine Begegnung mit dem Nachruf-Schreiber der "New York Times" schildert. In einer eigenen Würdigung erinnert Nick Reimer: "Kantig, trotzig, bissig widersprach er, wo es nötig schien; weise, hitzig, wortgewandt legte er sich an mit Macht und Mächtigen. Was schwer ist […] ist und Schwierigkeiten macht. Aber genau so war das Leben von Stefan Heym." Über den Tod des Schriftsteller W. G. Sebald, der am Freitag bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, wundert sich Dirk Knipphals: "Mit den Phänomenen Tod und Vergänglichkeit sind seine Texte, bei deren Beschreibungen kaum einmal die dunklen Wörter 'elegisch' und 'melancholisch' fehlen, durchaus vertraut. Dieser Tod aber […]