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Liedermacher

Rubrik: Magazinrundschau - 7 Presseschau-Absätze
Magazinrundschau 04.11.2018 […] Jaromír Nohavica, einer der populärsten tschechischen Liedermacher der letzten Jahrzehnte, hat soeben von Präsident Putin eine Medaille für seine Verdienste um die Vermittlung russischer Kultur entgegengenommen. Die polnische Newsweek schreibt dazu, Putin habe mal wieder einen "nützlichen Idioten" gefunden und trauert, dass es ausgerechnet der auch in Polen so beliebte Sänger sein müsse. Auch in Respekt […] Respekt übt Marek Švehla Kritik und versucht, sie differenziert zu begründen: "Als der Liedermacher in Zeiten der 'Normalisierung' eigene dichterische Übertragungen der Lieder Wladimir Wyssozkis und Bulat Okudschawas zu singen begann, vermittelte er dem tschechischen Publikum einen eher unbekannten Kontakt zur Sowjetunion. Das war nicht das unendlich öde und zugleich arrogante und aggressive Reich des […] einen Raum, über den der Besucher seiner Konzerte gerne mehr erfahren wollte. Wenn also in Tschechien jemand eine Auszeichnung für die Vermittlung russischer Kultur verdient hat, ist es genau der Liedermacher aus Těšín. Nur, so wie zu Wyssozkis Zeiten bewegt sich auch heute die russische Kultur nicht im luftleeren Raum. Sie ist von einer schmutzigen Politik und einem Zynismus der Macht umgeben, auf die […]
Magazinrundschau 04.08.2017 […] Jaromír Nohavica, einer der größten tschechischen Liedermacher, ist einer, der in schwierigen Zeiten mit seinen menschlich klugen und ironischen Liedern Mut machte und auch in den letzten Jahrzehnten populär blieb. Umso ernüchternder für seine Fans sind neuere Berichte der Lidové noviny, dass Nohavica in den Achtzigern wiederholt der tschechischen Stasi Informationen aus Dissidentenkreisen übermittelt […] teilen wird. Aber was ist, wenn er uns nur scheinbar aus der Seele spricht? Wenn er die Worte und die Musik nur für sich selbst komponieren kann? Und überhaupt - erwarten wir womöglich von unseren Liedermachern, Schriftstellern und anderen Künstlern so viel mehr, als möglich ist? War es bei den Tschechen nicht immer so? Dass sie ihren Künstlern auch in dem vertrauten, was gar keine Kunst war, und deshalb […]
Magazinrundschau 11.03.2016 […] Jiří Leschtina unterhält sich mit dem Liedermacher und Vorsitzenden des tschechischen P.E.N.-Clubs Jiří Dědeček über die diversen Einflüsse aus dem Osten, den politischen aus Russland, den wirtschaftlichen aus China. Letzterer lasse sich nicht aufhalten, so Dědeček. "China ist ein dichtbevölkertes Land, und vielleicht wird in hundert Jahren jeder Tscheche ein bisschen chinesisches Blut in den Adern […] aufgezwungen wurde. Die britische Kolonialmacht habe die englische Sprache doch auch gewaltsam eingeführt, etwa in Indien." Und die tschechische Politik? Regt das Geklüngel zwischen Babiš und Zeman den Liedermacher Dědeček so wie früher zu Protestsongs an? "Kein bisschen. Während des Kommunismus war das die einzige Möglichkeit, sich auszudrücken. Heute kann ich meine Meinung in diesem Gespräch hier äußern […]