Stichwort

NSU

145 Presseschau-Absätze - Seite 1 von 10
9punkt 06.07.2019 […] Annette Ramelsberger und Rainer Stadler ziehen in einer großen SZ-Reportage ein Jahr nach dem Ende des NSU-Prozesses noch einmal Bilanz über rechtsextremistischen Terror in Deutschland: "Das Gericht hatte bei der Urteilsverkündung erklärt, der NSU habe aus drei Personen bestanden: Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, die beide tot sind, und Beate Zschäpe. Auf der Anklagebank saßen zudem vier ihrer Helfer […] Helfer. Alle fünf Angeklagten wurden verurteilt. Doch darüber hinaus konnte das Gericht keine Strukturen entdecken, welche die zehn Morde des NSU unterstützt und vielleicht sogar erst ermöglicht haben. Doch lässt sich das, ein Jahr später, im Juli 2019, noch halten?" Allein in diesem Jahr, so Stadler und Ramelberger, seien neben dem Mord an Walter Lübcke mehrere rechtsextreme Mordkomplotte aufgedeckt worden […]
9punkt 18.06.2019 […] Zweifel daran gelassen, dass sie ihren Worten auch Taten folgen lassen. Auf Asylunterkünfte flogen Brandsätze, der NSU mordete zehnfach, und militante Neonazis, etwa von Combat 18, trafen sich zu Schießtrainings." In der SZ findet es Annette Ramelsberger schwer verständlich, dass nach den NSU-Morden Ermittler immer noch glauben - wie auch im Mordfall Lübcke - es gebe keine rechtsextremen Mörder in Deutschland: […] kleine Tochter zu ermorden - die Daten der Familie wurden aus dem Dienstcomputer einer Frankfurter Polizeiwache abgerufen, der Drohbrief war mit 'NSU 2.0' unterzeichnet. Die verdächtigen Beamten schweigen. Und in Sachsen machen Polizisten mit dem Namen der NSU-Terroristen Witze - als hätten die nicht die Polizistin Michèle Kiesewetter getötet. Es muss die vielen aufrechten Ermittler zutiefst beunruhigen […] Deutschland gebe es nach wie vor ein rechtsterroristisches Netzwerk, wirkt seltsam verhalten. Als habe ein Gewöhnen eingesetzt - nicht nur an einst Unsagbares. Dieses aber ist die größte Gefahr nach dem NSU: die Gewalt und den Terror von rechts zu unterschätzen. Wenn er sich gegen Repräsentanten des Staates richtet, will er den demokratischen Rechtsstaat selbst treffen." Philipp Schnee erzählt in Dlf Kultur […]
Efeu 16.02.2019 […] bereits Fatih Akins Film "Aus dem Nichts" hatte, erkennt Nachtkritiker Jan-Paul Koopmann auch in Nurkan Erpulats Bremer Inszenierung von Armin Petras' Bühnenadaption: "Will 'Aus dem Nichts' nun über den NSU sprechen und eine konkrete deutsche Gemengelange durchleuchten, in der rassistische Terroristen über Jahre ungehindert morden konnten, weil nicht minder rassistische Ermittlungsbehörden und eine rassistische […] Oder soll es um Selbstjustiz einer fiktiven weißen Frau gehen, die als einzige handeln darf, im Namen derer, die sie verloren hat?" Als "klaustrophobisches Psychostück" funktioniert das gut, aber der NSU und die Folgen bleiben doch zu "monströs", um sie in Form einer "individuellen Tragödie" zu analysieren, meint er. Weitere Artikel: In der taz fasst auch Sabine am Orde noch einmal die von der Mobilen […]
9punkt 08.12.2018 […] Auf zweitausend Seiten wurde "Der NSU-Prozess" protokolliert, von Bloggern und Journalisten, weil das Gericht selbst kein Protokoll anfertigen wollte. In der Welt finden Stefan Aust und Dirk Laabs die Arbeit wirklich ehrenwert, aber leider nicht so einschlägig wie etwa die Mitschriften anderer großer Prozesse. Auch weil die entscheidenden Fragen zur Rolle des Verfassungsschutz und anderer staatlicher […] meist Neonazis oder staatliche Vertreter, die ihr Geld beim Verfassungsschutz verdienen, die Parlamente abspeisten. Oft erfolgreich. Das Problem ist also nicht, dass es zu wenig Informationen über den NSU gibt, die man Wort für Wort, als Protokoll etwa, an das Licht der Öffentlichkeit bringen müsste, sondern ganz im Gegenteil: Es gibt viel zu viele, oft widersprüchliche Informationen und Aussagen." […]
9punkt 02.11.2018 […] versteht und verkauft." Vor sieben Jahren wurde der NSU enttarnt. Die meisten Mittäter sind schon wieder auf freiem Fuß, berichtet Konrad Litschko in der taz, etwa André Eminger, der "letzte Terrorhelfer": "Er brachte Zschäpe noch auf der Flucht Wechselwäsche, fuhr sie zum Bahnhof. Die Bundesanwaltschaft bezeichnete ihn als womöglich vierten Mann des NSU. Schon im Prozess gab sich Eminger unbeeindruckt […] Verhandlung. Und er trug seine Gesinnung offen zur Schau. Einen 'Nationalsozialisten mit Haut und Haaren', nannten ihn seine Anwälte. Auf den Bauch hat Eminger 'Die Jew Die' tätowiert. Heute nun, nach dem NSU-Urteil, bewegt sich André Eminger wieder offen in der Szene." Emminger war zu gerade mal zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden und wurde noch im Lauf des Prozesses aus der Haft entlassen. Im […]