Stichwort

Schwingen

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Nackt für den Teufel

Im Kino 23.10.2013 […] Parallel und als Kakophonie hektisch darüber gelegt: Juristische Verhandlungen über das Wie und Ob stadtbaulicher Maßnahmen - rhetorische Standardfloskeln, Empörungssignale, die der Absicherung der eigenen Position dienen, Vorwurfrituale, die nicht um die Klärung des Sachverhalts bemüht sind, mithin asiger Profi-Sprech, der die Schicksale der Menschen, die in den Ecken leben, um die es geht, noch im engagiertesten Parlare eiskalt zum Verschwinden bringt (wenn man genau hinhört, hört man mitten in dem verwirrenden Konzert der Stimmen Regisseur Dominik Graf selbst das Wort schwingen). Kurz: Ein Dominik-Graf-Furiosum, wie es im Buche steht, in dem sich Schichten um Schichten auftürmen und gleichzeitig dekuvrieren. […] Von Lukas Foerster, Thomas Groh

Leseprobe zu Tomas Espedal: Gehen. Teil 1

Vorgeblättert 08.08.2011 […] Das Gehen hat etwas, was meine Gedanken erregt und belebt; wenn ich mich nicht bewege, kann ich kaum denken, mein Körper muss gewissermaßen in Schwung geraten, um auch meinen Geist zum Schwingen zu bringen. Das freie Land, die Aufeinanderfolge so vieler freundlicher Anblicke, die frische Luft, der große Hunger und die Gesundheit, die ich mir stets beim Gehen erwerbe, die Ungezwungenheit des Gasthauses, die Entfernung alles dessen, was mich meine Abhängigkeit fühlen lässt und mich an meine wahre Lage erinnert, befreit meine Seele, verleiht mir eine größere Kühnheit des Denkens [?]."       […]

Leseprobe zu Richard Cobb: Tod in Paris. Teil 2

Vorgeblättert 17.03.2011 […] Eine Wäscherin ist aus einer Straße zum Fluss aufgebrochen, in der alle ihre Verwandten das Bügeleisen schwingen. Der ehemalige französische Generalkonsul in Philadelphia kann eine besonders erlauchte Gruppe von repondants aufbieten, unter ihnen François Chappe aus der Familie des Erfinders des Flügeltelegraphen; sie haben nicht nur einen ähnlichen gesellschaftlichen Status, sondern leben auch alle am Quai Voltaire oder dort in der Nähe. […]

Imitat, eher opak

Im Kino 08.12.2010 […] Es ist im Ergebnis zwar noch ersichtlich, wie "Monsters" hätte funktionieren sollen: als unterbestimmtes Erzählgerüst, das durch ein offenes, agiles Kameraauge und die freie Improvisation seiner Akteure (außer den beiden Hauptdarstellern sämtlich Laien) allererst ausgefüllt, ja zum Schwingen gebracht wird. Aber die glücklichen Momente der Wahrnehmung und des Spiels, auf die das Begehren des Filmemachers sich richtet, bleiben hier leider aus. […] Von Ekkehard Knörer, Nikolaus Perneczky
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