Stichwort

Ungarn

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Magazinrundschau 12.12.2019 […] Das Jahr 2020 wird in Ungarn als "Jahr des nationalen Zusammenhalts" begangen und im Wesentlichen an die Friedensverträge von Versailles erinnern, im Falle Ungarns die Verträge von Trianon vor 100 Jahren, bei denen Ungarn Zweidrittel seines Territoriums und ein Drittel seiner Bevölkerung an die Nachfolgerstaaten der Monarchie von Österreich-Ungarn verlor. So wird ein "Mahnmal des nationalen Zusammenhalts" […] isch, wenn auch der einfache Besucher gleich verstehen würde, warum es schmerzt (...) Wenn die ungarische Erinnerungspolitik ehrlich wäre, würde sie klarstellen, dass der Zerfall des historischen Ungarns unaufhaltsam war, sein Weiterbestehen mit dem nationalen Selbstbestimmungsrecht der Völker unvereinbar gewesen wäre. Auch unsere Nationwerdung beruht auf dem nationalen Selbstbestimmungsrecht. (.. […]
Magazinrundschau 14.11.2019 […] Gespräch mit Ferenc M. László sagt er: "Wenn wir anerkennen, dass wir es mit einem regionalen Phänomen nach 1990 zu tun haben, dann wurde in gewisser Hinsicht tatsächlich die Idee aufgegeben, dass Ungarns Platz im Westen ist. ... Orban hat verstanden, wie er gleichzeitig drinnen und draußen sein kann. Er weiß, dass die ungarische Gesellschaft westliche Sehnsüchte und Attitüden hat und er erkannte frühzeitig […] könnten wir sagen. Aber es wäre ein Fehler zu glauben, dass dies die Essenz seines Systems sei: die Unterordnung der Prinzipien unter die Interessen. Es wird immer öfter darüber gesprochen, dass die Ungarn ein halb-asiatisches Volk seien. Auf der Ebene der Rhetorik entfernen wir uns immer weiter vom Westen." […]
Magazinrundschau 25.11.2019 […] Der 25. November ist in Ungarn der Gedenktag für die Opfer des Kommunismus und der in die Sowjetunion verschleppten ungarischen Gefangenen, deren Zahl nach 1945 ca. 600.000 betrug. Der Historiker Tamás Stark (Mitglied der ungarischen Akademie der Wissenschaften, MTA) findet die offizielle Erinnerungspolitik inzwischen wenig glaubwürdig: "Die Regierung betrachtet die Welt im Kontext des neuen Ost-W […] Ost-West-Konflikts und die offizielle Politik und die Erinnerungspolitik bestärken die Ungarn darin, dass wir auf der Seite des Ostens stehen. Darum wird nur über die Bedrohung durch das "Brüsseler Reich" gesprochen (...). Es wird nicht gesagt, dass das Erbe des Kommunismus heutzutage in erster Linie in den großen östlichen Reichen, in dem sich selbst als kommunistisch bezeichnenden China und in Russland […]