Stichwort

Ungleichheit

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Wühlt im atavistischen Morast: Radu Judes 'Aferim!' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2015 […] Die Dialoge, vor allem die Anekdoten und Lebensweisheiten, die alle Figuren bei jeder Gelegenheit zum Besten geben, behalten eine Ambivalenz, die in den Bildern selbst nicht enthalten ist (vielleicht: nicht enthalten sein kann). Die Ungleichheit, die die Welt von "Aferim!" bis in die letzte Pore prägt, wird einerseits andauernd naturalisiert im Gerede davon, dass es schon immer so war; andererseits jedoch lässt sie sich nur durch beknackte Mythologien aufrecht erhalten, durch böswilliges Fabulieren, das eben diese Naturalisierungen Lügen straft: Vor den Menschen habe Gott, sagt ein Priester (ein Schweinepriester, wenn es je einen gegeben hat), die Riesenjuden geschaffen, aus deren Staub die heutigen, zwar kleineren aber genauso bösartigen Juden entstanden seien; und bereits Adam habe Eva in den Bauch getreten, meint eine übereifrige Dienerin, um Costandins Thesen zum Geschlechterverhältnis zu untermauern. […] Von Lukas Foerster