Bildung ist kein Konsumgut des neoliberalen Marktes,
ruft der Literatur-Dozent
William Egginton in der
NZZ den amerikanischen Hochschulen zu. Gründe für das Schwinden einer freien Lehre, besonders in den Geisteswissenschaften, sieht er im wachsenden Effizienzdruck, aber auch im "
Komfort-Konservatismus" der Studierenden, die sich über unbequeme Lehrinhalte beklagen: "Die Rechtfertigung für dieses Verlangen könnte man in dem Menschenbild finden, das nicht zuletzt von der neuen Medienkultur portiert wird: Ich bin, grundsätzlich, Konsument; meine Persönlichkeit zeigt sich in meiner Fähigkeit, mich durch die Entscheide, die ich als Konsument treffe, zu definieren. Oder, wenn wir es mit den Worten einer Kampagne für Apples iPhone sagen wollen:
I have the right to be unlimited. Und genauso, wie der Mann hinter dem Starbucks-Tresen sich nie erlauben würde, meinen Entscheid für einen caramelisierten Latte mit Magermilch infrage zu stellen, hat mein Professor nicht das Recht, mich mit Aussagen oder Interpretationen zu behelligen,
die
von meiner Weltsicht abweichen."