Wer verbirgt sich hinter dem einsamen Alten, der immerzu durch den Wald streift, Moose, Schmetterlinge und Steine sammelt und den die Einwohner deshalb bald den Waldgänger rufen? Mit der ihm eigenen, sanft leuchtenden Sprache schildert Adalbert Stifter das Schicksal des Baumeisters Georg, dem sein Leben nur einen Wunsch verwehrt: eigenen Kinder. Im Gefühl, ein sinnloses Dasein zu führen, trifft Georg eine Entscheidung, deren Bedeutung ihm erst Jahre später durch ein unverhofftes Wiedersehen bewusst wird.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.02.2008
Martin Z. Schröder ist von dieser Hörfassung der Novelle "Der Waldgänger" von Adalbert Stifter hellauf begeistert. Die Geschichte eines Ehepaars, das sich scheiden lässt, weil es zusammen keine Kinder kriegen kann, und in der die Elternliebe die Zuneigung der Kinder, die in zweiter Ehe entstanden sind, deutlich übersteigt, ist eine glänzende Inszenierung der Einsamkeit, schwärmt der Rezensent. In Verzückung gerät Schröder aber über die Vortragskunst des Grazer Schauspielers Peter Simonischek, der die Novelle eingelesen hat. Die Bandbreite seiner Tonlagen bringt den Rezensenten zu haltlosem Schwärmen und er preist hingerissen dessen enorme "Virtuosität". Simonischek bringe die "feinsten Nuancen" der Novelle zum Klingen und mache gleichermaßen den "Zauber" des Waldes, wie die seelische Not der Protagonisten spürbar, so der Rezensent geradezu überwältigt.
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