Wer waren die Neutralisten? Zu ihnen zählten Linke wie Rechte, Extremisten wie Demokraten, herausragende Politiker wie Sektierer. Sie kämpften gegen die Politik der Westbindung und für ein vereintes Deutschland zwischen Ost und West, außerhalb von NATO und Warschauer Pakt. Sie hielten die Politik Adenauers und seiner Erben für verhängnisvoll und verstanden sich als die bessere Alternative. Sie waren während der gesamten deutschen Teilungsgeschichte zwischen 1945 und 1990 aktiv und erregten zwischenzeitlich große, ja übersteigerte öffentliche Aufmerksamkeit. Und doch blieben sie stets randständig, Außenseiter ohne Aussicht auf Verwirklichung ihrer Ideen: Die Geschichte des Nationalneutralismus ist die Geschichte seines Scheiterns. Die Studie stellt die erste quellengesättigte Gesamtdarstellung dieses vielschichtigen und widerspruchsvollen Phänomens dar.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.05.2001
Brigitte Seebacher-Brandt lässt kaum ein gutes Haar an dieser Studie, die den Einfluss und das Wirken der Neutralisten in der deutschen Nachkriegsgeschichte untersucht. Mit Grausen bemerkt sie die Ankündigung durch den Autor, eine "quellengesättigte Gesamtdarstellung" vorzulegen und sieht sich in der Befürchtung bestätigt, dass neben wichtigen "Akteuren der Geschichte" auch belanglosere "Randfiguren" vorgestellt werden. Ihr fehlt es vor allem an "Gewichtung" und Einordnung in dieser Untersuchung, so lobenswert und überfällig sie die Behandlung des Themas auch findet. Das Hauptproblem vermutet sie in der Unbestimmtheit des Begriffs "Neutralität", der in verschiedenen Zeiten Unterschiedliches meinte, was allerdings von Gallus nicht reflektiert wird, wie sie bemängelt. Am überzeugendsten sei das Kapitel über die DDR-Neutralisten, hier finden sich "manch neue Details", räumt die Rezensentin ein, die insgesamt dieses Buch wenig überzeugend findet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.05.2001
Ein Buch über die Underdogs des Neutralismus - das hält Dietmar Süss für ein schwieriges Stück Arbeit. Zu unterschiedlich seien die Strömungen, die politischen Konjunkturen und Einflüsse national-neutralistischer Positionen auf die Entwicklung der westdeutschen Nachkriegsdemokratie. Und wirklich, der Autor ist sich am Ende selbst nicht ganz sicher, wie er das Phänomen eigentlich bewerten soll. Süss konstatiert das trocken (hat er ja geahnt so was) und schickt bescheiden den einen kleinen Wunsch hinterher: Über die innerparteiliche Verankerung, die Herkunft, Lebensläufe und Motive der Neutralisten hätte er schon gern mehr erfahren.
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