Er ist einer der wichtigsten und bekanntesten deutschen Maler des 20. Jahrhunderts und der schärfste Satiriker der Moderne: George Grosz, 1893 als Georg Groß in Berlin geboren, gab den Jahren zwischen 1914 und 1933 das eigentliche Gesicht. Niemand war vor seinen messerscharfen Zeichnungen und Gemälden sicher, er karikierte Größen aus Politik, Militär und Klerus wie auch das Bürgertum, war fasziniert von den Metropolen und dem Menschen in all seinen triebhaften Facetten. Nach dem Ersten Weltkrieg zählte er zu den führenden Vertretern der Berliner Dada-Bewegung, bevor er 1932 in die USA ging, was ihm angesichts der nationalsozialistischen Bedrohung vermutlich das Leben rettete. Doch das Leben von George Grosz, einem der von den Nazis meistgehassten Künstler, war weit mehr: eine Geschichte von Aufstieg, Ehrgeiz und Alkohol, Leidenschaft, Tragik und Fall, Depressionen, Ängsten und Vergessen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.01.2018
Für Rezensent Marcel Lepper wird Alexander Kluys Grosz-Biografie ihrem Gegenstand nicht gerecht. Zu unbarmherzig geht der Autor auf die Fakten los, unbarmherzig auch gegenüber dem Leser, der nicht wissen muss, wie das Wetter war bei der Geburt des Künstlers. Innehalten und weniger Kleinteiligkeit hätte sich Lepper gewünscht, etwa wenn es um den Verbleib der Bilder aus der Galerie Flechtheim geht oder darum, wie Grosz selbst miterschaffene Klischees seziert. Diesen Klischees indes verfällt der Autor lieber selbst, stellt Lepper fest, wenn er das Berliner Straßenleben ein ums andere Mal schildert. Mit Kracauer (nicht mit Stefan Zweig oder Musil wie bei Kluy) wäre dergleichen besser verständlich gewesen, findet Lepper.
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