Lange Zeit war die deutsche Einheit vor allem ein staatliches Projekt, ehe sie mehr und mehr zu einer gesellschaftlichen Realität wurde. Den einzelnen Aspekten dieses Prozesses widmete sich 2015 eine vom Zentrum für Zeithistorische Forschung und dem Deutschen Historischen Museum gemeinsam ausgerichtete Ausstellung "Alltag Einheit. Portrait einer Übergangsgesellschaft". Aus ihr ist diese Sammlung von Essays hervorgegangen, die aus unterschiedlichen Perspektiven und in der Verschränkung von zeitgenössischer Erfahrung und zeitgeschichtlicher Distanz auf die Geschichte der deutschen Einigung seit 1990 blicken.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.07.2016
Werner Hornung empfiehlt diesen Ergänzungsband zur Ausstellung des Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam und des Deutschen Historischen Museums in Berlin von Martin Sabrow und Alexander Koch. Die Beiträge im Buch findet er lesenswert. Von der Einführung, die ihm 25 Jahre gesamtdeutsches Zusammenleben mit all seinen Brüchen präsentiert, über Gefühlsforschungen aus der postsozialistischen Ebene bis hin zu eher journalistischen Stücken. Vor allem letztere scheinen Hornung interessant. Geben sie ihm doch Einblicke in den lokalen Gang der Wiedervereinigung am Beispiel der Hauptstadt beziehungsweise, in einem Beitrag der französischen Korrespondentin Pascale Hugues, in die Vorzüge der Erotik zwischen Erfurt, Dresden und Rostock.
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