Herausgegeben von Montserrat Herrero. Carl Schmitt (1888-1985) unterhielt zeitlebens eine umfangreiche Korrespondenz. Seine Briefpartner waren höchst unterschiedlich. Es zählten dazu sowohl Künstler, wie Gelehrte aller Art, insbesondere juristische Kollegen als auch sonstige Persönlichkeiten. In Spanien war einer von Schmitts intensiven Briefpartnern, der 1915 geborene Römischrechtler Alvaro d'Ors. Er kannte Schmitt anfangs nur mittelbar und zwar über seinen Vater, den Philosophen und Essayisten Eugenio d'Ors (1881-1954). Dieser war mit Schmitt seit 1929 befreundet und hatte ihm in seiner Schrift Glosario mit der Darstellung seines Rangs und Originalität seiner Denkweise ein Denkmal gesetzt. Der Briefwechsel war begleitet von einer Reihe von Begegnungen in Deutschland, aber mehr noch in Spanien, und zwar insbesondere in Santiago, wohin d'Ors später berufen worden war.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.05.2004
Für recht aufschlussreich erachtet Rezensent Wolfgang Schuller den nun vorliegenden Briefwechsel zwischen Carl Schmitt und dem spanischen Römischrechtler Alvaro d'Ors. Neben vielen rein persönlichen Mitteilungen, Klagen über den Zustand Deutschlands beziehungsweise Spaniens, Bekundungen der gemeinsamen Gegnerschaft zum Liberalismus findet Schuller auch eine Reihe von Briefen, die alle heutigen Versuche, Carl Schmitt für den Katholizismus zu reklamieren, "als fragwürdig erweisen". Alvaro d'Ors, Vertreter einer prononciert katholischen Weltsicht und Geschichtsauffassung, habe Schmitt vergeblich für den Katholizismus zu begeistern gesucht. Der Band zeugt für Schuller insgesamt von einer "soliden Arbeit" seitens der Herausgeberin Montserrat Herrero und des Übersetzers Kurt Spang. So biete er neben einer geistesgeschichtlichen Analyse des Verhältnisses zwischen beiden Gelehrten in der umfangreichen Einleitung auch zahlreiche Anmerkungen, die nicht nur sachliche Informationen, sondern auch interpretierende Ausführungen der Herausgeberin enthielten. Anlass zur Kritik gibt es dennoch: neben "beträchtlichen sachlichen und orthographischen Sorglosigkeiten" sind dem Rezensenten eine Reihe Fehler in bezug auf die antike Kultur unangenehm aufgefallen. Hier wäre mehr Sorgfalt angebracht gewesen.
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