Das Thema "Literatur und Recht" ist in den vergangenen Jahren zu einem der innovativsten Forschungsfelder der Literaturwissenschaft geworden. Dabei wurde Friedrich Schiller, in dessen Oeuvre die Rechtsthematik eine grundlegende Rolle spielt, bislang noch viel zu wenig Beachtung geschenkt. In ihrer interdisziplinären Arbeit beleuchtet Yvonne Nilges Schillers intensive Auseinandersetzung mit sämtlichen Fragen des Straf- und Staatsrechts im Zusammenhang mit der Rechtsgeschichte und der Rechtsphilosophie. Die herausragende Bedeutung des juridischen Diskurses in Schillers literarischem und theoretischem Gesamtwerk geht untrennbar mit politischen, theologischen wie auch sozialanthropologischen Aspekten einher, die von der Aufklärung bis in die Gegenwart hinein wirken.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.09.2012
Laut Michael Stolleis schießt die Autorin mit ihrem Buch über das Ziel hinaus. Schiller als visionären Dramatiker, Geschichtstheoretiker, Lyriker zu zeigen, hätte der Germanistin gut angestanden, meint er. Ihn aber zum beispiellos modernen Vorläufer des heutigen Straf- und Staatsrechts zu stilisieren, hätte sich Yvonne Nilges nach Meinung des Rezensenten sparen können. Davon abgesehen jedoch hält er Nilges Gang durch das Schillersche Werk mit Blick auf dessen Rechtsauffassung zwar für ergänzungswürdig, doch im Ganzen für kenntnisreich und anregend. Ein paar rechtshistorische Schiefheiten verzeiht er der Autorin, sie sei schließlich keine Juristin.
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